NATIONALES NETZWERK NATUR

TREUHÄNDER DER NATUR

Bei Peenemünde stehen 2.100 Hektar naturnahe Ostseeküste unter Schutz.<br />
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Bild: Norbert Rosing / DBU Naturerbe
Bei Peenemünde stehen 2.100 Hektar naturnahe Ostseeküste unter Schutz.

Bild: Norbert Rosing / DBU Naturerbe
So wie sich die NRW-Stiftung in Nordrhein-Westfalen für Natur- und Kulturgüter engagiert, so treten überall in Deutschland Stiftungen, Vereine und Verbände für den Erhalt wertvoller Landschaften ein. Die gemeinsamen Erfahrungen belegen, dass die Sicherung besonders wichtiger Gebiete durch Kauf von Grund und Boden ein Erfolgsmodell des Naturschutzes ist. Mit dem "zweckgebundenen Erwerb" allein ist es aber nicht getan. Selbst wenn die Naturentwicklung wie in sogenannten "Wildnisgebieten" ungesteuert verlaufen darf, bleiben Öffentlichkeitsarbeit, Besucherlenkung und Beobachtung unverzichtbare Dauer-aufgaben. Auch die Betreuung der Gebiete bleibt für die Eigentümer eine große Herausforderung. Jetzt fördert ein neues "Nationales Netzwerk Natur" den Erfahrungsaustausch zwischen den Akteuren und gibt ihnen eine gemeinsame Stimme.

Unberührte Natur gibt es in Nordrhein-Westfalen nicht mehr. Umso wichtiger ist es, in geeigneten Landschaften wie den Flussauen menschliche Eingriffe zurückzunehmen und mehr natürliche Dynamik zu erlauben. So profitieren von der Renaturierung der Heillinghauser Mersch bei Lippstadt nicht nur Flora und Fauna der Lippeaue - auch der Hochwasserschutz für flussabwärts gelegene Siedlungen und deren Erlebniswert der Landschaft erreichen neue Qualitäten.<br />
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Bild: Hans Glader
Unberührte Natur gibt es in Nordrhein-Westfalen nicht mehr. Umso wichtiger ist es, in geeigneten Landschaften wie den Flussauen menschliche Eingriffe zurückzunehmen und mehr natürliche Dynamik zu erlauben. So profitieren von der Renaturierung der Heillinghauser Mersch bei Lippstadt nicht nur Flora und Fauna der Lippeaue - auch der Hochwasserschutz für flussabwärts gelegene Siedlungen und deren Erlebniswert der Landschaft erreichen neue Qualitäten.

Bild: Hans Glader
Deutschlandweit haben sich bis jetzt 50 öffentliche und private Grundeigentümer zum "Nationalen Netzwerk Natur" zusammengeschlossen. Gemeinsam besitzen sie über 230.000 Hektar Naturschutzflächen, was etwa der Größe des Saarlands entspricht. Zu den Mitgliedern des Netzwerks gehören neben der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) auch große Naturschutz-verbände wie BUND, NABU und WWF, die Träger der Nationalparks Bayerischer Wald und Kellerwald-Edersee, die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, die Heinz-Sielmann-Stiftung und eben auch die NRW-Stiftung. Ihr gemeinsamer Nenner ist, dass sie Eigentümer von Grundstücken sind, die ausschließlich Zwecken des Naturschutzes dienen. Im Netzwerk möchten sie durch intensiven Austausch voneinander lernen und so den Schutz von Natur und Landschaft in Deutschland stärken. Weitere private und öffentliche Träger, Vereine und Stiftungen können sich jederzeit dem Netzwerk anschließen. Voraussetzung neben dem Grundeigentum ist lediglich das Bekenntnis zu der im Jahr 2012 verfassten gemeinsamen Charta.

Lina Hähnle als Vorbild

Schon vor mehr als 100 Jahren ergriffen weitsichtige Naturfreunde die Initiative und sicherten bedrohte Gebiete durch Kauf vor der Zerstörung. So begann die Gründerin des Bundes für Vogelschutz, Lina Hähnle, im Jahr 1911 mit dem Erwerb von Moor- und Röhrichtflächen am Federsee. In ihrer Nachfolge besitzt der NABU heute mehr als 500 Hektar dieses größten baden-württembergischen Flachmoorsees.
So wie Lina Hähnle machen es seit Jahrzehnten Dutzende von Vereinen, Verbänden und Stiftungen – auch die NRW-Stiftung hat seit ihrer Gründung 1986 über 5.500 Hektar Land für Zwecke des Naturschutzes erworben. Im Netzwerk möchten die Beteiligten, dass gutes Flächenmanagement als ermutigendes Beispiel auch für andere wirkt und dass Naturschutzgebiete – wo dies ohne Störungen möglich ist – für Besucher offen und erlebbar sind. Oder wie Hubert Weinzierl, bayerisches Urgestein des Naturschutzes, es ausdrückt: "Wir wollen keinen Reservatsschutz unter der Glasglocke, sondern Vorrangflächen für die Natur, die dazu einladen, auch an anderer Stelle mehr Natur zuzulassen."
Das 440 Hektar große Naturschutzgebiet Tennenlohe in Mittelfranken wird von Sandmagerrasen und Teichen geprägt.<br />
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Bild: Norbert Rosing / DBU Naturerbe
Das 440 Hektar große Naturschutzgebiet Tennenlohe in Mittelfranken wird von Sandmagerrasen und Teichen geprägt.

Bild: Norbert Rosing / DBU Naturerbe
In allen Bundesländern machte das Beispiel vom "Naturschutz durch Eigentum" Schule. Doch oft unterschätzte man den Folgeaufwand, und die Chancen eines intensiven Erfahrungsaustauschs zwischen den Akteuren wurden nicht immer genutzt. Das hat sich mittlerweile grundlegend geändert. "Voneinander lernen" ist jetzt eine eherne Grundregel, nicht zuletzt weil der Schulterschluss in einem nationalen Netzwerk auch die öffentliche Wahrnehmung stärkt. In den USA etwa wirkte der Zusammenschluss einiger Naturschutz-Treuhänder in der "Land Trust Alliance" wie ein Katalysator für die ganze Bewegung.

"... for ever, for everyone"

In Europa gilt nach wie vor der britische National Trust als das leuchtende Vorbild in Sachen nachhaltige Sicherung des Natur- und Kulturerbes. Schon in viktorianischer Zeit gegründet, hat der Trust heute 3,7 Millionen zahlende Mitglieder. Sein Eigentum an Naturschutzflächen und historischen Gebäuden gilt als unantastbar. "Für immer und für jeden" heißt es im Motto des Trusts treffend – die Schutzgüter werden also dauerhaft und zum Wohle aller Menschen bewahrt. Bei aller Bewunderung für das populäre britische Modell besteht anderenorts kein Grund für Minderwertigkeitsgefühle. Unser Nebeneinander von behördlichem Naturschutz der Bundesländer einerseits sowie haupt- und ehrenamtlichem Verbandsnaturschutz andererseits ist mit den historischen Voraussetzungen der britischen Monarchie nicht vergleichbar. Im föderalen Rahmen der Bundesrepublik hätte ein einziger zentraler "Natur-Trust" in dieser Form kaum entstehen können.

Um die bunt gemischte deutsche Szene zu bündeln, haben sich die Verbände und Stiftungen hierzulande deshalb bewusst als Netzwerk organisiert und auf eine klassische Vereinsstruktur verzichtet. Statt eines Vorstandes wählen sie aus ihrer Mitte regelmäßig mehrere Sprecher, die wichtige gemeinsame Botschaften nach außen tragen sollen. Fritz Brickwedde ist einer von ihnen: "Wir sind kein Dachverband mit hierarchischem Anspruch", sagt er, "wir verstehen uns als gleichberechtigte Partner, die Erfahrungen austauschen und voneinander lernen wollen. Alle Mitglieder, unabhängig von Größe und Organisationsform, sind ausdrücklich aufgerufen, Verantwortung zu übernehmen." Im dezentralen Miteinander sieht Brickwedde keinen Nachteil, sondern eine Chance: "Den regional verwurzelten Akteuren gelingt es so viel besser, ‚ihre‘ Gebiete als identitätsstiftende Elemente bekannt zu machen, außerdem ist dort meist eine gute Zusammenarbeit mit Behörden und Ehrenamtlern gewachsen." Die Erfahrungen der NRW-Stiftung bestätigen diese Einschätzung. Ohne die vertrauensvollen Kontakte mit Naturschutz-verwaltungen, Ämtern für Agrarordnung, Trägervereinen einzelner Projekte und Landnutzern vor Ort wären langfristige Herausforderungen wie etwa der Storchenschutz im Kreis Minden-Lübbecke nicht möglich. Dass die Störche heute wieder zum Bild der Region gehören, darauf dürfen alle Bewohner des Kreises Minden-Lübbecke stolz sein, und alle Besucher, die sich am Anblick der Störche erfreuen, sollen gern und regelmäßig wieder-kommen, so wie die Störche selbst.

Naturschutz ist mehr als angewandte Ökologie

Im Perlbachtal und Oleftal an der belgischen Grenze waren die bundesweite einzigartigen Narzissen-wiesen akut durch Fichtenaufforstungen gefährdet. ...<br />
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Bild: Bernd Hegert
Im Perlbachtal und Oleftal an der belgischen Grenze waren die bundesweite einzigartigen Narzissen-wiesen akut durch Fichtenaufforstungen gefährdet. ...

Bild: Bernd Hegert
Mit einer Frage müssen sich die Naturschützer im Kreis Minden-Lübbecke nicht beschäftigen, nämlich der nach einem Sympathieträger für ihre Projekte. Der Weißstorch selbst ist hier eine Steilvorlage für ihre Öffentlichkeitsarbeit. Anderswo ist da mehr Spürsinn gefragt. Immerhin hat sich durch beharrliche Aufklärung das Spektrum an Tier- und Pflanzenarten erweitert, mit denen man bei Besuchern Interesse wecken kann.
... Durch den Kauf der Tal-Grundstücke und die Beseitigung der Nadelbäume konnten die NRW-Stiftung und die Stiftung zum Schutz gefährdeter Pflanzen die wertvollen Vorkommen retten.<br />
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Bild: Naturpark Nordeifel
... Durch den Kauf der Tal-Grundstücke und die Beseitigung der Nadelbäume konnten die NRW-Stiftung und die Stiftung zum Schutz gefährdeter Pflanzen die wertvollen Vorkommen retten.

Bild: Naturpark Nordeifel
Tiere mit ehemals zweifelhaftem Image wie Fledermaus, Kröte oder Nachtfalter haben inzwischen fast so viel Zugkraft wie früher Frauenschuh oder Rothirsch. Aber auch naturwissenschaftliche Fakten sind oft spannend, wenn sie kreativ und mit Begeisterung vermittelt werden. Dann können sogar unspektakuläre Wiesenkräuter, Falter und Ameisen zu Stars avancieren, wie das Beispiel des Kreuzenzian-Bläulings auf den Kalktriften von Willebadessen im Kreis Höxter zeigt. Letztendlich werden die Menschen durch Emotionen erreicht, sei es durch eigene Erlebnisse in reizvollen Kultur- und Naturlandschaften, sei es, indem sie von talentierten Mitmenschen begeistert werden.

Tu gutes und rede drüber

Das Thema Öffentlichkeitsarbeit erfordert dabei ständig eine selbstkritische Weiterentwicklung. Was macht gute Umweltbildung aus? Welche Chancen bietet der sanfte Tourismus? Lassen sich Besucher eines Gebiets so informieren und lenken, dass sie die Landschaft genießen, aber nicht schädigen? Was erzeugt bei ihnen die Motivation, sich selbst stärker für den Naturschutz zu engagieren? Zu den "Baustellen", über die sich Vertreter der Mitgliedsverbände und Stiftungen regelmäßig in Arbeitsgruppen austauschen, gehört aber auch deutlich trockenerer Stoff: Auf welcher Grundlage bewertet man Flächen, die zum Erwerb angeboten werden? Wie baut man ein professionelles Liegenschaftskataster auf, mit dem sich der Flächenbesitz effizient verwalten lässt? Welche Standards gelten für eine Dokumentation oder das wissenschaftliche Monitoring, mit dem überprüfbar wird, ob Entwicklungsziele erreicht sind? Wie viel Personal ist notwendig, um diese Kernaufgaben zu leisten? Und nicht zuletzt: Wie lassen sich die Aufgaben langfristig finanzieren? Erfolgreiche Ansätze und Fallbeispiele guter fachlicher Praxis sollen zu einem Leitfaden zusammenfinden. Auch wenn es in vielen Fällen keine Patentlösungen gibt, wirken die wechselseitige Information und Diskussion wie eine Unternehmensberatung.

Eine Erbschaft für alle Bürger

Wildkatzen gibt es auch in nordrhein-westfälischen Naturerbeflächen, so in der Nordeifel, im Arnsberger Wald und im Rothaargebirge.<br />
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Bild: Waltraud-Lang / piclease
Wildkatzen gibt es auch in nordrhein-westfälischen Naturerbeflächen, so in der Nordeifel, im Arnsberger Wald und im Rothaargebirge.

Bild: Waltraud-Lang / piclease
Ebenso vielfältig wie die Lebensräume in unserem Land sind auch die Traditionen, Arbeitsschwerpunkte und Befindlichkeiten in der Naturschutzszene. Dass die Zeit für ein übergreifendes, ambitioniertes Netzwerk jetzt reif war, hängt mit dem Flächenzuwachs in den vergangenen Jahren zusammen. Er ist dem sogenannten "nationalen Naturerbe" geschuldet, das die Bundesrepublik seit dem Jahr 2000 in die Hände der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und der Naturschutzverbände gelegt hat. Größter Flächeneigentümer von ehemals bundeseigenen Naturschutzliegenschaften ist seither die Naturerbe GmbH, eine Tochterorganisation innerhalb der DBU. Sie allein kümmert sich um 60.000 Hektar wertvoller Wald-, Heide- und Moorlandschaften in acht Bundesländern. Teilweise handelt es sich um ehemalige Tagebaue, überwiegend aber um ehemalige militärische Übungsplätze. Statt die Flächen auf dem freien Markt zu privatisieren, widmete die Bundesrepublik die landschaftlich wertvollsten Gebiete ganz dem Schutz von Fauna und Flora. Nur in diesem Sinne dürfen die Liegenschaften künftig genutzt oder entwickelt werden. Jedes Gebiet wird damit zu einem wichtigen Baustein eines nationalen Biotopverbundsystems.

Vom Todesstreifen zum Lebensraum

Erfreulicherweise haben die Bestände von Wolf und Seeadler in großen, störungsarmen Naturschutzgebieten Ostdeutschlands zugenommen.<br />
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Bild: Piclease / G. Pauluhn
Erfreulicherweise haben die Bestände von Wolf und Seeadler in großen, störungsarmen Naturschutzgebieten Ostdeutschlands zugenommen.

Bild: Piclease / G. Pauluhn
Neben der Verpflichtung, hochgradig gefährdete Biotoptypen der alten bäuerlichen Kulturlandschaft zu schützen und durch angepasste und naturverträgliche Nutzungsformen langfristig zu erhalten, eröffnet sich jetzt auch die einmalige Chance, auf großer Fläche sogenannte "Wildnisgebiete" einzurichten, wo sich die Natur nach eigenen Gesetzen entwickeln und das Landschaftsbild formen kann.
Bild: DBU Naturerbe
Bild: DBU Naturerbe
Bisher handelt es sich dabei fast ausschließlich um die Kernzonen der Nationalparks und Biosphärenreservate, in denen natürliche, ungelenkte Prozesse Vorrang haben. Sie machen derzeit allerdings kaum 0,5 Prozent der Landesfläche aus. In Zukunft könnten ausgewählte Gebiete in aufgegebenen Truppenübungsplätzen und Bergbau-Folgelandschaften hinzukommen und den Anteil auf zwei Prozent steigern.

Zum nationalen Naturerbe gehören sogar Gebiete, die viele Jahre lang eher Todeszone statt Lebensraum waren, jedenfalls für die Menschen. Der Grenzstreifen, der Bewohner aus Ostdeutschland jahrzehntelang an der Flucht in den Westen hinderte, hat sich mittlerweile zu einem überaus artenreichen Band entwickelt – eine 50 bis 200 Meter breite Naht zwischen Niedersachsen, Hessen und Bayern hüben und Sachsen-Anhalt und Thüringen drüben. Während Menschen ins Fadenkreuz gerieten, hatten Flora und Fauna 30 Jahre Schonzeit. Nicht weniger als 5.200 verschiedene Tier- und Pflanzenarten haben Zoologen und Botaniker im Juni 2013 bei einer 24-stündigen Bestandsaufnahme dort gefunden, verteilt auf mehr als 100 unterschiedliche Biotoptypen, vom montanen Fichtenwald im Harz bis zu den Silikatmagerrasen der Rhön. Heute ist das "Grüne Band" deshalb Grenz-Erfahrungsort und Lebensraum zugleich. Die Aufgabe, knapp 4.000 Hektar dieses vom Menschen geformten grünen Denkmals zu erhalten, liegt jetzt bei der Stiftung Naturschutz Thüringen.
Aus der Charta des Nationalen Netzwerks Natur

• Wir sind ein Bündnis von Akteuren im Naturschutz, die gemeinsam über 230.000 Hektar des deutschen Naturerbes besitzen.

• Wir betreiben Naturschutz auf solchen Flächen, die wir durch Ankauf, Pacht, Schenkung oder Übertragung übernommen haben.

• Wir verstehen uns als Treuhänder der Natur. Wir handeln im Interesse aller Menschen, indem wir die uns anvertrauten Naturgebiete bewahren, ihren Zustand verbessern und sie dauerhaft vor Beeinträchtigungen schützen.

• Wir sichern Landschaften, die Menschen am Herzen liegen und deren Erhaltung für zukünftige Generationen bedeutend ist.

• Umweltbildung auf unseren Flächen ist ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit. Sie macht die landschaftliche und biologische Vielfalt Deutschlands erlebbar und ermöglicht persönliche Naturerfahrungen.

• Wir sind der Überzeugung, dass wir gemeinsam durch Wissens- und Erfah- rungsaustausch sowie durch Zusammenarbeit den Umfang, die Qualität und die Nachhaltigkeit von Flächenschutz in Deutschland steigern und den Umgang mit unserem natürlichen Erbe verbessern können.

• Wir diskutieren und kooperieren bei inhaltlichen Fragen rund um den Themenkomplex Naturschutz, Flächennutzung und Grundeigentum. Wir veranstalten dazu regelmäßige Workshops, Tagungen und bieten andere Möglichkeiten des Informationsaustausches.

• Wir entwickeln, moderieren und kommunizieren gemeinsame Positionen unserer Mitglieder. Wir setzen uns dafür ein, in Politik und Gesellschaft Gehör für die Anliegen des eigentumsrechtlichen Naturschutzes zu finden.

Die vollständige Charta ist unter www.nationales-netzwerk-natur.de einsehbar.

Insel Rügen – Naturschutz am Kreidefelsen

Bild: Norbert Rosing / DBU Naturerbe
Bild: Norbert Rosing / DBU Naturerbe
Die 40 Hektar großen Feuersteinfelder des Naturschutzgebiets "Schmale Heide" unweit des Seebades Binz grenzen an den Kleinen Jasmunder Bodden. Das Geröll stammt aus den weißen Klippen der Halbinsel Jasmund. Im weichen Kreidefels sind die Feuersteinknollen wie Korinthen in einem Kuchen verteilt. Das Meer verdaut die immer wieder abbrechenden Kreidebrocken und spuckt die Steine an den Strand. Das war vor 4.000 Jahren nicht anders – so alt sind die Steinwälle nämlich. Da die mehrere Meter dicken Geröll-Lagen kaum verwittern und Bäume auf ihnen nur schwer Fuß fassen können, herrschen in der lückigen Pflanzendecke Zwergsträucher wie Besenheide und Krähenbeere vor. Das Mosaik aus Wacholderbüschen und Heidepolstern im "Steinernen Meer" wirkt wie das Werk eines Landschaftsgärtners mit japanischen Vorbildern. Das benachbarte Naturerbe-Zentrum Rügen bietet Führungen zu den Feuersteinfeldern und vielen anderen faszinierenden Lebensräumen der Ostseeküste an. Auch in seinen Dauer- und Wechselausstellungen gibt es reiche Einblicke in die Inselnatur.

Stand der Angaben: Stiftungsmagazin 2013/3





Die NRW-Stiftung engagiert sich zusammen mit 50 anderen Stiftungen, Vereinen und Verbänden in dem bundesweiten "Nationalen Netzwerk Natur". Hier bringt sie aus ihrem Eigentum insgesamt rund 5.500 Hektar Flächen ein, die auf rund 80 Gebiete in Nordrhein-Westfalen verteilt sind. Zum Nationalen Netzwerk gehören rund 230.000 Hektar Land, wobei der größte Grundbesitzer die Naturerbe gGmbH der Deutschen Bundesstiftung Umwelt ist.

Weitere Informationen unter www.nationales-netzwerk-natur.de

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