STUDIE: NRW - EINE HEIMAT ENTSTEHT

93,5 PROZENT DER MENSCHEN MIT ZUWANDERUNGSGESCHICHTE FÜHLEN SICH IN NRW WOHL

Bei der regelmäßigen Erhebung des "Integrationsbarometers" beauftragte die NRW-Stiftung mit Unterstützung der Essener Mercator-Stiftung den Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) mit der Untersuchung, wie stark das "Heimatgefühl" bei Bewohnern mit einer Migrationsgeschichte ausgeprägt ist. Diese Bürgerinnen und Bürger, die selbst im Ausland geboren wurden oder von denen mindestens ein Elternteil im Ausland geboren wurde, machen heute nahezu 25 Prozent der Einwohner Nordrhein-Westfalens aus.

Das Ergebnis zeigt einen erstaunlich hohen Identifikationsgrad ihrer Heimat: 93,5 Prozent aller Befragten mit einem Migrationshintergrund gaben an, sich in NRW zu Hause zu fühlen. Die Studie wurde erstmals beim Kongress "Heimat NRW gestern – heute – morgen" in Düsseldorf vorgestellt.

Für die Studie befragten Experten telefonisch 1.934 Personen mit und ohne Migrationshintergrund in der Region Rhein-Ruhr, wobei die Bewohner städtischer und ländlicher Siedlungsgebiete gleichermaßen berücksichtigt wurden. Die Migranten-Stichprobe wurde für die Befragung bewusst erhöht, um detailliertere Ergebnisse über die Herkunftsgruppen zu erhalten.

Drei Generationen einer Migrantenfamilie, fotografiert für die Ausstellung "Geteilte Heimat - 50 Jahre Zuwanderung aus der Türkei": Mehmet I., geb. 1945, Bergmann; Murat I, geb. 1978, Bauingenieur; Senem G., geb. 1996, Schülerin.
Drei Generationen einer Migrantenfamilie, fotografiert für die Ausstellung "Geteilte Heimat - 50 Jahre Zuwanderung aus der Türkei": Mehmet I., geb. 1945, Bergmann; Murat I, geb. 1978, Bauingenieur; Senem G., geb. 1996, Schülerin.
93,5 Prozent der Befragten mit Migrationshintergrund in NRW gaben an, sich hier zu Hause zu fühlen. Damit liegen sie nur knapp hinter den Befragten ohne Migrationshintergrund, von denen sich 95,8 Prozent in NRW zu Hause fühlen. Fast zwei Drittel der Bevölkerung fühlten sich sogar "sehr zu Hause" (65,9 Prozent bei den Personen ohne Migrationshintergrund und 60,3 Prozent bei den Personen mit Migrationshintergrund).

Die erste Generation der Zuwanderer unterscheidet sich etwas stärker in ihrem Heimatgefühl von den Personen ohne Migrationshintergrund. Die zweite Generation fühlt sich aber fast in gleichem Maße "sehr zu Hause" in NRW wie Personen ohne Migrationshintergrund (ohne Migrationshintergrund 65,9 Prozent, erste Generation 59,6 Prozent, zweite Generation 62,4 Prozent).

Das direkte Umfeld spielt eine große Rolle: Sowohl Personen mit als auch ohne Migrationshintergrund finden es wichtig, an einem Ort zu leben, der für sie Heimat ist. Dies ist 79,6 Prozent der Befragten ohne Migrationshintergrund wichtig. Für Personen mit Migrationshintergrund gilt dies mit 83,0 Prozent sogar etwas mehr. Auch das Alter ist in den Ergebnissen von Bedeutung: Älteren Befragten ist es wichtiger, an dem Ort zu leben, den sie als Heimat bezeichnen.

Personen ohne Migrationshintergrund, die in städtischen Randgebieten oder ländlichen Gebieten wohnen, fühlen sich stärker in NRW zu Hause als Befragte, die in städtischen Kerngebieten wohnen. Bei Befragten mit Migrationshintergrund gibt es diesen Unterschied zwischen Menschen, die in nichtstädtischen Gebieten wohnen, und solchen, die in Städten wohnen, nicht. Natur ist vor allem für Befragte ohne Migrationshintergrund wichtig, für Befragte mit Migrationshintergrund weniger von Bedeutung. Eine Ausnahme bilden jedoch die Eltern, die der zweiten Generation angehören. Auch für sie gehört zu ihrer Definition von Heimat viel Natur.

Stand der Angaben: Stiftungsmagazin 2/2011





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Quelle: Der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) erhob die Daten für diese Umfrage für die NRW-Stiftung und die Stiftung Mercator im Rahmen des SVR Integrationsbarometers im Sommer 2011.

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