KULTURHAUPTSTADTJAHR RUHR.2010

ERLEBNIS RUHR-KULTUR

Die mittelalterliche Burg Vonder im Südwesten der Stadt Oberhausen
Die mittelalterliche Burg Vonder im Südwesten der Stadt Oberhausen
Vor zweihundert Jahren war das Ruhrgebiet noch eine ländliche Gegend. Dortmund, Essen und Duisburg hatten damals gerade einmal 14.000 Einwohner – zusammen! Doch durch den Siegeszug von Bergbau und Hochöfen entstand an der Ruhr ein riesiger industrieller Ballungsraum, eine Supermetropole, zusammengesetzt aus einem dichten Mosaik eng benachbarter Einzelzentren.

In den 53 Städten und vier Kreisen des Ruhrgebiets leben heute insgesamt 5,3 Millionen Menschen. Ihre Heimat ist eine Kulturlandschaft voll bunter Kontraste, in der zwischen alten Burgen und Arbeitersiedlungen, Konzertsälen und Kiosken, Festspielhäusern und Fußballplätzen oft nur wenige Schritte liegen. Zwar gab es im Ruhrgebiet bis 1892 noch kein Theater, bis 1902 noch kein Kunstmuseum und bis 1962 auch keine Universität. Längst aber ist die Ruhr-Kultur zu einer starken Kraft geworden – einer der stärksten inmitten des modernen Strukturwandels. So sind es oft auch Kulturprojekte, die alte Industrieanlagen wieder mit neuem Leben erfüllt haben.

Das Grabungsfeld mit den Überresten der ersten Eisenhütte des Ruhrgebiets im LVR-Industriearchäologischen Park St. Antony-Hütte in Oberhausen.
Das Grabungsfeld mit den Überresten der ersten Eisenhütte des Ruhrgebiets im LVR-Industriearchäologischen Park St. Antony-Hütte in Oberhausen.
Das Jahr 2010 steht im Ruhrgebiet unter dem Motto "Wandel durch Kultur – Kultur durch Wandel!". Angeführt durch Essen, das zur Europäischen Kulturhauptstadt 2010 ernannt wurde, präsentiert sich die Region das ganze Jahr über in all ihrer Vielfalt. Die umfangreichste Projektreihe ist dabei die Aktion "Local Heroes: 52 Wochen, 52 Städte". Über Essen hinaus steht hier Woche für Woche jeweils eine andere Ruhrgebietsstadt im Mittelpunkt des Geschehens – mit Festen, Ausstellungen und Aufführungen.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter www.essen-fuer-das-ruhrgebiet.ruhr2010.de
An der Wiege der Ruhrindustrie

Auch Jugendliche beteiligen sich aktiv im RUHR.2010-Kulturprogramm und stellen eigene Projekte auf die Beine.
Auch Jugendliche beteiligen sich aktiv im RUHR.2010-Kulturprogramm und stellen eigene Projekte auf die Beine.
Die NRW-Stiftung hat mehrere Maßnahmen fördern können, die im Zusammenhang mit der "RUHR.2010" stehen, so zum Beispiel die Restaurierung des Essener Filmstudios "Glückauf". Gefördert wird von der NRW-Stiftung auch eine bessere Herrichtung des industriearchäologischen Parks St. Antony in Oberhausen. Mit der ersten Eisenhütte von 1758 stand hier die Wiege der Ruhrindustrie. In Essen und Dorsten widmen sich zwei Stiftungspartner der jüdischen Kultur. Das Jüdische Museum in Dorsten zeigt neben seiner ständigen Sammlung noch bis zum 31. Mai 2010 die Ausstellung "Angekommen?!". Sie zeichnet Lebenswege jüdischer Einwanderer seit 1990 nach. In Essen hingegen wird am 14. Juli 2010 der imposanteste deutsche Synagogenbau, der das Dritte Reich überstanden hat, als Haus jüdischer Kultur neu eröffnet. Heute ist das Gebäude ein einzigartiges Kultur- und Architekturdenkmal.

Das Ruhrgebiet hat auch seine grünen Seiten. Im Oberhausener Schloss dokumentiert die von der NRW-Stiftung geförderte Ausstellung "Zwischen Kappes und Zypressen" bis zum 24. Mai 2010 die Geschichte der Gartenkunst an Emscher und Ruhr. Ebenfalls in Oberhausen findet sich die von der NRW-Stiftung finanziell unterstützte Burg Vondern. Vom 27.Juni bis zum 19. September dieses Jahres wird dort ein Kunstwettbewerb für Kinder und Jugendliche veranstaltet (www.twins2010.com). Auf dem Gelände der Zeche Zollverein, in einem Teilbereich an der ehemaligen "Gleisharfe", entsteht mithilfe der NRW-Stiftung ein "wachsender Park", der von Schulklassen der benachbarten Schulen mitgeplant wurde: Wilder Industriewald, naturbelassene Lichtungen, Sommerflieder sollen sich zwischen alten Industriegleisen langsam entwickeln und den Schülern im Schatten des Weltkulturerbestandorts Spielplätze und neue Aktionsräume geben.

Stand der Angaben: Magazin der NRW-Stiftung 1/2010





LVR-Industriearchäologischer Park St. Antony-Hütte
Oberhausen
ruhr2010.de/st-antony
Öffnungszeiten ab Juni 2010:
Dienstags bis freitags: 10-17 Uhr
Samstags: 11-17 Uhr
Sonntags: 10-18 Uhr
Kombiticket erhältlich für Grabung und Museum

Jüdisches Museum Westfalen
Julius-Ambrunn-Str. 1
46282 Dorsten
Öffnungszeiten:
Dienstags bis freitags: 10-12.30 Uhr und 15-18 Uhr
Wochenende und Feiertage: 14-17 Uhr
Montags: Ruhetag

Alte Synagoge Essen
Steeler Straße 29
45127 Essen
Telefon:0201 884-5218
www.alte-synagoge.essen.de
Öffnungszeiten ab Mitte des Jahres:
Dienstags bis sonntags: 10-18 Uhr

Ludwig Galerie Schloss Oberhausen
Konrad-Adenauer-Allee 46
46049 Oberhausen
Telefon: 0208 41249-28
Fax: 0208 41249-13
ludwiggalerie@oberhausen.de
www.ludwiggalerie.de

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