FÜNF JAHRE MACULINEA-STIFTUNG NRW

EIN STIFTUNG FÜR DEN AMEISENBLÄULING

Der Wiesenknopf-Ameisenbläuling hat es nicht leicht: Nur dort, wo sowohl der zur Familie der Rosengewächse gehörende Große Wiesenknopf als auch die Knotenameisen Myrmica rubra oder Myrmica scabrinodis vorkommen, kann der blau-braune Falter überleben. Einen solchen Lebensraum fi ndet der stark gefährdete Bläuling in NRW noch im Rhein- Sieg-Kreis. Das allerdings ist kein Zufall, sondern auch das Ergebnis des gezielten Engagements der Naturschützer Heidrun Brieskorn und ihres Mannes Professor Dr. Egbert Brieskorn, der kürzlich verstarb. Mit dem BUND-Arbeitskreis Mittlere Sieg haben die beiden in Eitorf Grundstücke erworben und in unzähligen Stunden ehrenamtlicher Arbeit gepflegt, um für die Ameisenbläulinge ideale Voraussetzungen zu schaffen. Unter dem Dach der NRW-Stiftung haben die beiden vor fünf Jahren eine eigene Stiftung für den dauerhaften Schutz des Ameisenbläulings gegründet.

Da der Lebenszyklus der Ameisenbläulinge sehr kompliziert und störanfällig ist, gehören sie heute zu den gefährdeten und streng geschützten Arten unserer Fauna. Zwischen den schwarzroten Blütenknospen des Großen Wiesenknopfes legen Weibchen ihre Eier ab. Die geschlüpften Raupen ernähren sich zuerst von den Pollen und Fruchtknoten der Pfl anze. Sind sie verzehrt, lassen sich die Raupen zu Boden fallen und täuschen die Duftstoffe der Knotenameisen vor. Diese nehmen die Raupen wie einen Artgenossen in ihren Bau auf – mit tödlicher Folge für ihre eigene Brut. Sie wird von den Raupen verzehrt, bevor die Raupen sich zu den Schmetterlingen verwandeln. Um dieses Beziehungsgefüge zu erhalten, dürfen die Schmetterlingswiesen nicht vor der Blüte des Wiesenknopfs gemäht werden.

Heute blüht der Große Wiesenknopf wieder zahlreich in Eitorf, und mit ihm hat auch die
Landrat Frithjof Kühn (links) überreichte den Eheleuten Heidrun und Professor Dr. Egbert Brieskorn für ihr Engagement das Bundesverdienstkreuz am Bande.
Landrat Frithjof Kühn (links) überreichte den Eheleuten Heidrun und Professor Dr. Egbert Brieskorn für ihr Engagement das Bundesverdienstkreuz am Bande.
Zahl der Ameisenbläulinge zugenommen. Damit das dauerhaft so bleibt, hat das schmetterlingsbegeisterte Ehepaar die "Maculinea-Stiftung NRW" gegründet, die von der NRW-Stiftung betreut wird und deren Zinserträge helfen, die Pflegearbeiten der Bläulingswiesen zu fi nanzieren. "So blieb uns ein Großteil des bürokratischen Aufwandes erspart", sagt Heidrun Brieskorn. Die Stifter selbst und ein befreundetes Ehepaar haben das Stiftungsvermögen immer wieder durch Zustiftungen vermehrt. Es hat sich in den ersten fünf Jahren mehr als vervierfacht und sichert langfristig und nachhaltig die Arbeit der Stiftung.

Das Engagement der Eheleute Brieskorn für den Ameisenbläuling findet auch weitere Zustimmung: Dieses maßgeblich von ihnen vorangetriebene Artenschutzprojekt wurde 2012 im Rahmen der "UN-Dekade Biologische Vielfalt" ausgezeichnet. Und im Mai 2013 verlieh Landrat Frithjof Kühn den Eheleute Heidrun und Professor Dr. Egbert Brieskorn das Bundesverdienstkreuz am Bande des Bundespräsidenten. "Die Eheleute scheuten weder Kosten noch Mühe,
Jahr für Jahr wurden die wichtigsten Grünlandfl ächen und Feuchtwiesen per Hand von ihnen selbst gepfl egt. Sie erwarben auf eigene Kosten Grünfl ächen mit der Schmetterlingswirtpfl anze ‚ Großer Wiesenknopf ‘, um essenzielle Grundstücke zu sichern", heißt es in der amtlichen Ordensbegründung.
Eine eigene Treuhandschrift

Sie möchten wie das Ehepaar Brieskorn eine gute Sache langfristig und nachhaltig fördern? Natur, Heimat und Kultur in NRW liegen Ihnen dabei besonders am Herzen? Dann können Sie mit der Gründung einer Treuhandstiftung unter dem Dach der NRW-Stiftung Ihren ganz persönlichen Beitrag zur Bewahrung der Kulturschätze und Naturschönheiten in unserem Land leisten. Die Errichtung einer Treuhandstiftung ist wegen des geringen Gründungs- und Verwaltungsaufwandes sehr unbürokratisch. Die NRW-Stiftung unterstützt Sie bei allen notwendigen Schritten und schlägt auf Wunsch Förderprojekte vor. Sie können uns gerne ansprechen. Oder bestellen Sie unsere Infobroschüre unter www.schuetze-was-du-liebst.de

Stand der Angaben: Stiftungsmagazin 2/2013





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