ERFOLGREICHE STIFTUNGSKOOPERATION

GEMEINSAM GEFÖRDERT IST DOPPELT GUT

Sie profitierten bisher von der NRW-Stiftung und der Bauckloh Stiftung: Die Biologische Station im Ennepe-Ruhr-Kreis ...
Sie profitierten bisher von der NRW-Stiftung und der Bauckloh Stiftung: Die Biologische Station im Ennepe-Ruhr-Kreis ...
Wie kann man mit den Mitteln der NRW-Stiftung möglichst vielen engagierten Initiativen und Vereinen helfen? Um hier erfolgreich zu sein, sucht die NRW-Stiftung auch stets nach Wegen, weitere finanzielle Standbeine aufzubauen. Die Mitgliedsbeiträge und Spenden des Fördervereins oder treuhänderische Stiftungen unter dem Dach der NRW-Stiftung sind hier zwei Finanzquellen, die aktiv beworben werden. Ein anderer Weg ist die Zusammenarbeit mit selbstständigen Stiftungen, die sich auf ähnlichen Themenfeldern "tummeln". Warum dies für beide Seiten eine gewinnbringende Idee ist, zeigt die Zusammenarbeit zwischen der NRW-Stiftung und der Dr. Gustav Bauckloh Stiftung in Dortmund.

Die im Jahr 2003 gegründete Bauckloh Stiftung hat sich zur Aufgabe gemacht, den Naturschutz zu unterstützen. Sie erinnert an den 1996 verstorbenen Dortmunder Arzt Dr. Gustav Bauckloh, dessen besonderes Interesse dem Natur- und Tierschutz galt. In den vergangenen Jahren wurde eine Vielzahl von Projekten gefördert, darunter auch drei in Zusammenarbeit mit der NRW-Stiftung.

ENTSCHEIDUNGEN MIT HAND UND FUSS

... die Greifvogelstation am Haus des Waldes in Köln ...
... die Greifvogelstation am Haus des Waldes in Köln ...
"Wir arbeiten gerne mit der NRW-Stiftung zusammen, das schafft viele Vorteile", so der erste Vorsitzende der Stiftung, Rechtsanwalt Dirk Holtermann. Die NRW-Stiftung spreche die Bauckloh Stiftung an, wenn sie ein Projekt für förderungswürdig halte. "So wird uns die Auswahl und Überprüfung der Projekte abgenommen, genauso wie die Durchführung und die Rechnungsprüfung."

Die NRW-Stiftung profitiert ebenfalls von der Zusammenarbeit: Gemeinsam geförderte Projekte schaffen Luft für andere Projekte. "Wir stellen der Bauckloh Stiftung die Projekte vor und kümmern uns nach ihrer Zustimmung um die Abwicklung", erklärt Martina Grote, Geschäftsführerin der NRW-Stiftung.

... und die Burg Ravensberg.
... und die Burg Ravensberg.
Bisher haben die Bauckloh und die NRW-Stiftung drei Projekte gemeinsam gefördert: Neben dem neuen Umweltbildungsraum, für den Einrichtungsgegenstände und Unterrichtsmittel angeschafft wurden, konnte gemeinsam die Einrichtung für ein "Grünes Klassenzimmer" an der Burg Ravensberg ermöglicht werden. Dort entstand ein überdachter Außenbereich für bis zu 150 Teilnehmer, mit dem Geld der Stiftungen konnten zudem Mobiliar und technische Hilfsmittel angeschafft werden. Das jüngste Projekt ist der Bau von Volieren zur Auswilderung verletzter und gepflegter Greifvögel in der Vogelschutzstation auf Gut Leidenhausen in Köln.

AUF PARTNERSCHAFT SETZEN

Auf der Burg Ravensberg in Borgholzhausen können die Kinder nun im "Grünen Klassenzimmer" die Schulbank drücken.
Auf der Burg Ravensberg in Borgholzhausen können die Kinder nun im "Grünen Klassenzimmer" die Schulbank drücken.
Die Zufriedenheit mit der Zusammenarbeit ist auf beiden Seiten groß. "Wir erleben die Zusammenarbeit mit der NRW-Stiftung als sehr positiv und würden gerne noch mehr gemeinsame Projekte durchführen", betont Holtermann. Und Martina Grote hebt hervor, dass sich die Zusammenarbeit mit der NRW-Stiftung aus einem ganz bestimmten Grund lohne: "Kleinere private Stiftungen haben oft nicht genügend Mitarbeiter, um sich ausreichend um die Auswahl der Projekte zu kümmern." Das übernehme dann die NRW-Stiftung. "Wir freuen uns über Kooperationen mit Partnern, die das gleiche Ziel haben wie wir: Natur und Kultur unserer Heimat zu bewahren."
VERERBEN MIT SINN UND VERSTAND

Michael Krause, Rechtsanwalt und Notar in Dortmund:

Der Obertitel über die neue Serie zu Fragen der Erbschaft könnte genauso gut lauten: "richtig erben und vererben". Kein einfaches Thema, denn wenn es darum geht, was aus unserem Vermögen wird, nachdem wir das Zeitliche gesegnet haben, stoßen wir auf ein Tabu: Nur rund jeder vierte Deutsche trifft eine letztwillige Verfügung! Selbst
von den jetzt über 60-Jährigen sind es nicht einmal 50 Prozent.

Dabei sollten heutzutage nicht nur die älteren Menschen an das Vererben denken. Ebenso sollten die Jüngeren, die möglicherweise als Erben in Betracht kommen, die älteren Verwandten ansprechen, um sie zu einer sinnvollen Reaktion zu bewegen.

Dieses Ansinnen bewegt auch die NRW-Stiftung; denn es gibt viele Menschen, die keine Verwandten haben, oder solche, die sie nicht bedenken wollen. Dies kann ein Ansatz sein für eine sinnvolle Nachlassregelung, die dann auch Institutionen wie der NRW-Stiftung zugute kommen könnte.

Wer gar keine oder eine nicht durchdachte Regelung trifft, hinterlässt den Erben häufig eine Situation, die unweigerlich zu Streitigkeiten führen muss. Stehen sich die Kontrahenten dann gar vor Gericht gegenüber, verschlingen die Kosten nicht nur einen beträchtlichen Anteil des Erbes, sondern auch die familiären Bande werden nicht selten irreparabel zerstört.

Deshalb sei an dieser Stelle wiederholt: Trotz dieser auf der Hand liegenden Vorteile trifft nur etwa jeder vierte Deutsche eine letztwillige Verfügung. Dabei ist ein vernünftiger Vermögensübergang ohne eine solche letztwillige Verfügung purer Zufall. Die Statistik hat aber noch Schlimmeres zu bieten. Von dem genannten einen Viertel sind über 90 Prozent der Verfügungen auch noch unvernünftig, unklar, widersprüchlich oder gar gänzlich unwirksam.

Im Interesse einer durchdachten Nachlassplanung, der Erhaltung des in der Regel hart erarbeiteten Vermögens und dessen sinnvoller Verwendung, nicht zuletzt auch für Institutionen wie die NRW-Stiftung, gilt es, mit einer sorgfältig formulierten letztwilligen Verfügung tatsächlich Klarheit zu schaffen und wirtschaftlich vernünftig zu gestalten respektive Gerechtigkeit zu üben, Frieden zu stiften und natürlich auch eine unnötige Bereicherung des Fiskus zu vermeiden. Das ist immer dann der Fall, wenn das Testament unwirksam ist oder keine Erben vorhanden sind und keine Nachlassregelung getroffen wurde.

Hier ist Beratungsbedarf gegeben und wir wollen mit dem Beginn der Reihe "Erben mit Sinn und Verstand" Anstöße geben, sich mit uns in Verbindung zu setzen und dementsprechend vernünftig beraten zu lassen. Gern können Sie hierzu mit der NRW-Stiftung Kontakt aufnehmen. In den nächsten Ausgaben dieses Magazins werden wir über die zur Verfügung stehenden unterschiedlichen Formen einer letztwilligen Verfügung berichten und diese erläutern.

Stand der Angaben: Stiftungsmagazin 2007/3





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