WANDERLAND NRW

DER WEG IST DAS ZIEL

Herrliche Panoramablicke eröffnen sich in Nordrhein-Westfalen. Wanderer finden hier ein landschaftlich markantes und hervorragend markiertes Wegnetz vor.
Herrliche Panoramablicke eröffnen sich in Nordrhein-Westfalen. Wanderer finden hier ein landschaftlich markantes und hervorragend markiertes Wegnetz vor.
Zum Wandern braucht man geeignete Schuhe und passende Kleidung. Aber wozu dienen über tausend Dosen Farbe und ungezählte Pinsel, Drahtbürsten und Scheren? Die Antwort kennen die vielen ehrenamtlichen Helfer der nordrhein-westfälischen Wandervereine: Dieses Material benötigen sie, um alljährlich die Markierung eines Wanderwegenetzes von mehreren 10.000 Kilometern Länge zu erneuern. Die Wanderwege in NRW sind aber nicht nur gut markiert, sie sind auch landschaftlich markant: Sieben von ihnen wurden bereits mit dem neuen Gütesiegel "Qualitätsweg Wanderbares Deutschland" ausgezeichnet – so viele wie in keinem anderen Bundesland.

Der Temporausch unserer modernen Gesellschaft verleiht dem Wandern als bewusste, genussvolle Langsamkeit einen neuen Sinn.
Der Temporausch unserer modernen Gesellschaft verleiht dem Wandern als bewusste, genussvolle Langsamkeit einen neuen Sinn.
Jeder zweite Deutsche unternimmt bisweilen gern eine Wanderung. Vor allem Jüngere sprechen aber heute lieber von "Trekking", "Walking" oder "Hiking". Dabei ist ausgerechnet die "Wanderlust" – wie "Zeitgeist" oder "Kindergarten" – einer der wenigen deutschen Ausdrücke, die einen festen Bestandteil des englischen Wortschatzes bilden. Er steht für den Traum vom Aufbruch, für Fernweh und für die Freude, unterwegs zu sein. Man braucht das Wort "wandern" daher nicht zu fürchten, egal, ob man nun lieber "outdoor" oder "draußen" unterwegs ist.

Von der Last zur Lust

Wandern sollen nicht nur Beine - sondern auch Blicke und Gedanken.
Wandern sollen nicht nur Beine - sondern auch Blicke und Gedanken.
Die Vorstellung, aus purem Vergnügen lange Strecken zu laufen oder gar Berge zu erklimmen, war früheren Generationen noch weitgehend fremd. Über den heute oft zitierten Satz "man reist nicht, um anzukommen, sondern um zu reisen", hätten die meisten von denen, die jahrtausendelang auf Schusters Rappen angewiesen waren, wohl nur gequält gelächelt. Erst ein neues, tempoversessenes Zeitalter machte aus der Last eine Lust. Goethe ahnte diese Epoche "teuflischer Beschleunigung" bereits voraus: "Veloziferisch" nannte er das kommende Unheil – ein genialisches Wortspiel aus "Luzifer" und "velocitas" ("Eile"). Spätestens mit der Erfindung der Dampfmaschine im 18. Jahrhundert begann die Jagd nach Geschwindigkeit zu einem weltgeschichtlichen Faktor zu werden. Der moderne Temporausch in Kommunikation, Arbeit und Verkehr verleiht dem Wandern als bewusste, genussvolle Langsamkeit einen neuen Sinn. Eine Wanderung ist zwar durchaus auch eine sportliche Aktivität – sogar eine mit beträchtlichem Kalorienverbrauch –, aber man hetzt sich nicht ab. Wandern sollen schließlich nicht nur die Beine, sondern auch die Blicke und die Gedanken – zu eindrucksvollen Landschaften, kulturellen Sehenswürdigkeiten und zu den Naturerlebnissen: Wann sonst sieht man im Frühjahr Sumpfdotterblumen am Bachufer wachsen, die alten Dorfkerne inmitten der Industrieregion, seltene Schmetterlinge über blumenbunten Wiesen, Zauneidechsen oder Eidechsen, die sich auf den Steinen am Wegesrand sonnen?

"Wegbereiter"

Einladende Rastmöglichkeiten sind Pluspunkte eines Wanderweges.
Einladende Rastmöglichkeiten sind Pluspunkte eines Wanderweges.
Es waren Dichter und Intellektuelle, die im 18. Jahrhundert zuerst Natur- und Landschaftserlebnisse als neue Form der Selbsterfahrung entdeckten. Goethe schrieb gar sich zu einem gesellschaftlich verpönten Liebesverhältnis mit einer geschiedenen Frau zu bekennen. Seiner romantischen Gefühlsaufwallung ist es mit zu verdanken, dass außer dem damals schon viel bereisten Rhein nun auch dessen linkes Nebenflüsschen, die Ahr, zunehmend als Ausflugsziel entdeckt wurde. Denn Kinkel veröffentlichte 1845 eine Art Wanderführer, der den gesamten Ahrlauf bis zur Quelle im Eifelstädtchen Blankenheim schildert. Zu den wandernden Schriftstellern zwischen Rhein und Weser gehörte auch der Dichter Ferdinand Freiligrath, der 1839 bei Vorarbeiten zu dem Buch "Das malerische und romantische Westphalen" mit so abgewetzten Schuhen unterwegs war, dass er auf einer Weserfähre zum Gespött der Kinder wurde. Solche "literarischen Fußreisen" einzelner Autoren, die in Deutschland in Theodor Fontanes "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" gipfelten, fanden viele Nachahmer in bürgerlichen Schichten. Doch sie dürfen nicht mit dem heutigen modernen Wandern als einer Freizeitaktivität für jedermann verwechselt werden. Denn Freizeitaktivitäten setzen vor allem eins voraus: ein Stück Wandergeschichte, als er im Dezember 1777 – in Begleitung eines über dieses Vorhaben reichlich befremdeten Försters – bei Eis und Schnee den Brocken bestieg: Das Unternehmen gilt als die erste bekannte Winterwanderung auf die höchste Erhebung im Harz. Noch berühmter wurde die "Harzreise" von Heinrich Heine. 1824 betrat auch er den Gipfel des Brockens. Der war inzwischen allerdings zu einem Hauptanziehungspunkt des sich entfaltenden Tourismus geworden, und Heine erlebte daher anders als Goethe kein stilles Bergabenteuer mehr. Stattdessen schilderte er all die Studenten, Geschäftsmänner und Bürgersleute, die ihm auf dem Gipfel begegneten, mit bissiger Ironie. Viele Reisende schrieben damals in ein beim "Brockenwirt" ausliegendes Buch ihre Gedanken und – so Heine – "in Ermangelung derselben ihre Gefühle": "Das ganze Buch riecht nach Käse, Bier und Tabak." Für einen "Wegbereiter" des Wanderns in der Eifel spielten sehr persönliche Motive eine wichtige Rolle: 1841 schöpfte der spätere Bonner Professor Gottfried August Kinkel in der "wilden Eifelnatur" den Mut, Freizeit. Davon aber konnte für den weitaus größten Teil der Bevölkerung noch im frühen 20. Jahrhundert kaum die Rede sein – die Landbewohner machten keinen "Urlaub", und auch die schnell wachsende Industriearbeiterschaft mit ihren Arbeitstagen von zwölf und mehr Stunden hatte dazu so gut wie keine Gelegenheit. Einen starken Impuls erfuhr das Wandern um 1900 durch die "Wandervogelbewegung". Ihr Name klingt für heutige Ohren ziemlich altbacken, doch handelte es sich dabei ganz im Gegenteil um eine anfänglich recht rebellische Jugendbewegung. Sie wurde später vom Nationalsozialismus mit einer politischen Ideologie "gleichgeschaltet", die sich statt des Wanderns das Marschieren auf die Fahnen geschrieben hatte.

Wandern im Verein

Natur und ihre eindrucksvollsten Seiten lassen sich beim Wandern in NRW ideal entdecken und erleben.
Natur und ihre eindrucksvollsten Seiten lassen sich beim Wandern in NRW ideal entdecken und erleben.
Ursprünglich war das Wandern eine Form des Reisens. Heute reist man zum Wandern in der Regel erst einmal an. Eine der Voraussetzungen für das Anwachsen des nutzern" wie Mountainbikern und Reitern miteinander in Einklang bringen. Denn Wegeführung ist auch Besucherlenkung, die verhindern soll, dass wertvolle Biotope zertrampelt oder zu Picknickplätzen umfunktioniert werden. Besondere Ereignisse wie jüngst der Orkan Kyrill vermehren die Aufgabenlast. Denn mit den vielen umgestürzten Bäumen und den Aufräumarbeiten sind auch viele Wegemarkierungen verschwunden und Wege unpassierbar geworden. Immerhin gibt es inzwischen erste Modellvereinbarungen zwischen dem Waldbauernverband NRW und einigen Kommunen und Kreisen im Sauerland, in denen wenigen Erhebungen im sonst so flachen Münsterland benannt ist. Ohne die ehrenamtlichen Mitarbeiter dieser Vereine wäre NRW wohl eher ein Irrgarten als ein Wanderparadies – denn mit Pinsel, Schere, Drahtbürste und Farbeimer werden Wanderwege gekennzeichnet. Allein die Mitglieder des SGV bringen alljährlich rund 25.000 Stunden auf, um Wegemarkierungen anzubringen. Und das wird seit mehr als 100 Jahren von den Wanderern dankbar angenommen. Aber auch andere wichtige Aufgaben übernehmen die Wanderverbände: Sie müssen die Interessen von Fußwanderern und anderen "Landschaftsbe- Fragen zu Verkehrssicherungspflicht, Haftungs- und Wegeunterhaltsfragen im Zusammenhang mit der Einrichtung von Wanderwegenetzen einvernehmlich geregelt sind – vor allem für die Waldbauern schafft das Klarheit, wo sonst manch unnötige Reiberei entstehen könnte.

Der Weg zur Qualität

Eine gute Orientierung ist beim Wandern kein Zufall: Allein die Mitglieder des SGV bringen jährlich rund 25.000 Stunden auf, um Wegemarkierungen anzubringen.
Eine gute Orientierung ist beim Wandern kein Zufall: Allein die Mitglieder des SGV bringen jährlich rund 25.000 Stunden auf, um Wegemarkierungen anzubringen.
Nichts könnte die wirkungsvolle Arbeit der NRW-Wandervereine besser belegen als die Verleihung des Gütesiegels "Qualitätsweg Wanderbares Deutschland", das durch den Deutschen Wanderverband ins Leben gerufen Wanderns zu einer "Massenbewegung" war denn auch der Ausbau des Eisenbahnnetzes. Erst dadurch konnten abgelegenere Gegenden touristisch überhaupt erschlossen werden – genau das entsprach dem Ziel von Organisationen wie dem 1891 gegründeten Sauerländischen Gebirgsverein (SGV), der zwischen Rhein und Diemel als Dachverband von Wanderern die Nummer 1 ist. Das Sauerland hatte Ende des 19. Jahrhunderts den Ruf einer eher reizlosen, öden Gegend, eine touristische Infrastruktur fehlte nahezu vollständig. Eine solche Gegend für die "schwer arbeitende Bevölkerung" zu erschließen war keine geringe Aufgabe, wie Jörg Haase, derzeit Vizepräsident des SGV, betont. Der langjährige SGVer weiß zugleich auch ein verblüffendes Beispiel für den damaligen Zustand des touristischen Angebots anzuführen. Im sauerländischen Örtchen Ohlenbach etwa war es noch um das Jahr 1900 üblich, anreisende Gäste mit einem Hundegespann (!) aus dem Nachbarort Gleidorf abzuholen. Und heute? – Neben dem SGV gibt es den Eifelverein, den Teutoburger-Wald-Verein, den Eggegebirgs- Verein. Auch einen "Verein Niederrhein" gibt es, und sogar den kleinen "Baumberge-Verein", der nach einer dergerufen wurde. Im September 2004 wurde es auf der Wandermesse "TourNatur" in Düsseldorf erstmalig vergeben. Ausgezeichnet werden mit dem Siegel ausschließlich Wege, die einem strengen Kriterienkatalog entsprechen. Möglichst naturbelassen, mit wenig asphaltierten Strecken und gut vernetzt sollen sie sein. Kein Verkehrslärm, landschaftliche Reize und die Nähe zu Gewässern und kulturellen Sehenswürdigkeiten sind weitere Pluspunkte. Dabei geht es auch darum, die regionalen Vereine zu motivieren, ihre eigenen Wege kritisch zu betrachten. Denn ob sich eine Strecke für die Zertifizierung eignet, muss durch die vereinseigenen "Bestandserfasser" erst geprüft werden, und das schärft den Blick für Schwachstellen und mögliche Verbesserungen – was im Ausnahmefall durchaus die Verlegung einzelner Wegeabschnitte bedeuten kann. Wird das Siegel verliehen, kann es zur Öffentlichkeitsarbeit und zur Werbung in elektronischen Medien und Druckerzeugnisseneingesetzt werden. Allerdings nur für drei Jahre, dann muss die Einhaltung der Kriterien erneut nachgewiesen werden.

NRW ist Spitze

Naturbelassen, kaum asphaltiert und gut vernetzt sind die schönsten Wanderwege in NRW.
Naturbelassen, kaum asphaltiert und gut vernetzt sind die schönsten Wanderwege in NRW.
Von den 20 bislang bundesweit zertifizierten Qualitätswegen führen nicht weniger als sieben durch Nordrhein-Westfalen. Außer dem "Eggeweg", einem rund 70 Kilometer langen Teilstück des europäischen Fernwanderwegs "E1", der bei den berühmten Externsteinen beginnt, liegen sie fast alle im Sauerland. Wobei der 64 Kilometer lange "Uplandsteig" etwas für echte "Grenzgänger" ist, da er die Landesgrenze zwischen Hessen und Nordrhein-Westfalen überschreitet. Betreut wird er vom Hessisch-Waldeckischen Gebirgs- und Heimatverein, während für die übrigen sauerländischen Qualitätswege der SGV zuständig ist. Im Einzelnen sind das der "Briloner Kammweg", die "Winterberger Hochtour" – zugleich Westfalens höchster Rundwanderweg – und der nach dem Gründer des SGV Forstrat Ernst Ehmsen benannte "Ehmsenweg" von Arnsberg nach Olpe. Hinzu kommen der "Hochsauerland- Kammweg" von Züschen bis Winkhausen sowie der "Olsberger Kneippwanderweg". Die Strecken sind zwischen 40 und 80 Kilometer lang und lassen sich in bequemen Tagesetappen erwandern. Man findet hier alles, was das Wanderherz begehrt: Fantastische Fernsichten und stimmungsvolle Ruinen, Hochheideflächen und Mischwälder, Talauen und Bachläufe – und natürlich auch einladende Rast- und Einkehrmöglichkeiten. Kein Zweifel, die Arbeit der "Bestandserfasser" hat sich gelohnt – auch für sie selbst: "Man sieht sich die Strecken, die man glaubt in- und auswendig zu kennen, mit ganz anderen Augen an. Und so verbreiten sie einen vollkommen neuen Reiz", unterstreicht einer von ihnen. Auch hier gilt: Der Weg ist das Ziel.
Turmhoch und aussichtsreich

Wer wandert, braucht Übersicht. Gut, wenn man dann auf einen Turm steigen kann. Doch leider sind viele alte Aussichtstürme sanierungsbedürftig und darauf angewiesen, dass sich Menschen finden, die sich um sie kümmern und ihnen neue Perspektiven eröffnen.

Die NRW-Stiftung hat entsprechende Initiativen schon mehrfach unterstützt, etwa im Falle des "Toelleturms" bei Wuppertal-Barmen. Das 26 Meter hohe, auf einer Anhöhe stehende Gebäude von 1888 war lange eine Art architektonischer Dauerpatient. 1990 wurde der Turm grundlegend saniert und bietet nun wieder großartige Ausblicke – manchmal sogar bis zum Kölner Dom.

Auch der 20 Meter hohe Aussichtsturm auf dem Pfannenbergkopf in Siegen-Eiserfeld konnte mithilfe der NRW-Stiftung restauriert werden. Er ist schon weit über 100 Jahre alt und steht trotzdem erst seit 1934 an seinem jetzigen Platz in 499 Meter Meereshöhe. Des Rätsels Lösung: Die per Tieflader transportfähige Stahlkonstruktion ist eigentlich ein Fördergerüst, das bis 1932 an der Siegerländer Erzgrube "Pfannenberger Einigkeit" stand, vor über 70 Jahren aber hierher transportiert wurde, um Wanderern einen überwältigenden Blick ins Siegerland zu ermöglichen.

Grandiose Fernblicke bieten zwei der bekanntesten sauerländischen Aussichtstürme. Der eine steht bei Kirchhundem in über 700 Metern Meereshöhe auf der Wasserscheide zwischen Rhein und Weser, dem Rothaarkamm. Bei gutem Wetter kann man von dem 1932 errichteten "Rhein-Weser-Turm" bis ins Hessische Bergland sehen. Erst kürzlich musste das marode Baudenkmal gründlich restauriert werden, wobei auch die NRW-Stiftung für diese Baumaßnahme einen Zuschuss gegeben hat. Der andere Turm befindet sich auf dem bekanntesten Berg Nordrhein-Westfalens, dem 841 Meter hohen Kahlen Asten. Von der Plattform des Astenturms lässt sich manchmal sogar der Brocken im Harz erkennen, der immerhin 163 Kilometer entfernt ist. Tiefe Einblicke in Natur und Tierwelt gibt es hingegen im Erdgeschoss des Astenturmes – dort befindet sich eine interessante naturkundliche Ausstellung, deren Einrichtung von der NRW-Stiftung gefördert wurde.

Unterwegs ohne Hindernisse - Barrierefreie Erlebniswege

Wer gut zu Fuß ist, geht manchmal über Stock und Stein – nicht selten zum Kummer von Naturschützern, die auf die eigens angelegten Wege verweisen. Für Menschen mit Behinderungen stellen aber schon ganz normale Wanderwege häufig ein Problem dar: Zu starke Steigungen und grobe Unebenheiten sind für Rollstuhlfahrer unüberwindbar, Infotafeln erfordern ausreichende Sehkraft, um nur zwei Beispiele zu nennen. Gegen solche Schwierigkeiten richtet sich das Konzept der "Barrierefreiheit". Verwirklicht findet man es beispielsweise an der Eifelhöhenklinik in Nettersheim-Marmagen, wo im August 2006 mithilfe der NRW-Stiftung ein barrierefreier Landschaftspfad zum Thema "Kalkeifel" eröffnet werden konnte. Er weist geeignete Wege mit Führungskanten auf und kommt Sehbehinderten mit speziellen Tastmodellen entgegen. Auch im sauerländischen Ebbegebirge setzt man auf barrierefreie Begegnungen zwischen Mensch und Natur. Rund um den Aussichtsturm auf der "Hohen Bracht" hat dort der Zweckverband "Naturpark Ebbegebirge" das ehrgeizige Projekt eines behindertengerechten Naturerlebnispfades in Angriff genommen.

Infos über rund 100 barrierefreie Erlebnismöglichkeiten bietet neuerdings eine umfangreiche Publikation des Landschaftsverbandes Rheinland: "Naturparke im Rheinland. Natur und Kultur erleben für alle". Erhältlich ist sie beim Naturpark Nordeifel oder unter www.eifel-barrierefrei.de

Quelle: Stiftungsmagazin 1/2007

Wanderland NRW

Fast 60.000 Kilometer markierter Wanderwege gibt es in Nordrhein-Westfalen. Stur geradeaus entspräche das dem anderthalbfachen Erdumfang, doch dank des unermüdlichen Einsatzes der Wandervereine herrscht zwischen Rhein und Weser statt Eingleisigkeit bunte Vielfalt. Ob Panoramaweg, Themenroute oder Erlebnispfad – das Angebot ist riesig. Sogar auf den Spuren der Industriegeschichte lässt es sich herrlich wandern: Der 130 km lange "EmscherPark Wanderweg" von Duisburg nach Kamen, der über weite Strecken am Rhein-Herne-Kanal entlangführt, streift dabei eindrucksvolle Industriedenkmäler.

Zwei Abschnitte Europäischer Fernwanderwege führen durch NRW: die Niederrheinroute ("E 8") und der Eggeweg ("E 1"), der den Teutoburger Wald und das Sauerland verbindet. Auch einer der schönsten Höhenwege Deutschlands, der vom Münsterland heraufführende "Hermannsweg" (nach "Hermann dem Cherusker"), hat direkten Anschluss an den Eggeweg.

Zu den beliebtesten unter den Wanderwegen in NRW gehört der 2001 eröffnete "Rothaarsteig", der auf 157 km durch das Sauerland, Wittgensteiner Land und Siegerland führt. Vier Jahre jünger, aber schon genauso bekannt ist der "Rheinsteig". Von Bonn aus lässt es sich hier am romantischen Mittelrhein bis ins hessische Wiesbaden wandern. Und natürlich ermöglicht auch NRWs einziger Nationalpark in der Eifel begeisternde Wanderungen: Die "Drei-Seen-Route" durchquert ihn entlang der Eifeler Seenplatte. Zweieinhalb Millionen Euro – das wäre der Gegenwert für die Arbeit, die mehrere tausend geprüfte Führer alljährlich bei der Vorbereitung und Durchführung von Wanderungen auf diesen und vielen anderen Strecken leisten. "Wäre" – denn die Arbeit der Wandervereine ist rein ehrenamtlich. Eine halbe Million Teilnehmer bringen sie mit ihren Wanderveranstaltungen Jahr für Jahr buchstäblich "auf die Beine". Wer sich anschließen will, muss aber keinen unangenehmen Trubel befürchten, wie Elke Lumpe, Hauptfachreferentin im SGV betont: Denn bei rund 30.000 (!) Terminen im Jahr entfallen auf jede Veranstaltung durchschnittlich nur 16 Teilnehmer.





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Die Nordrhein-Westfalen-Stiftung unterstützte auf Antrag des Sauerländischen Gebirgsvereins SGV die Qualifizierung von Wanderwegen in NRW – mit einem eigenen Gütesiegel werden dabei besonders gute Wanderwege ausgezeichnet, die höchsten Anforderungen entsprechen. Weitere Informationen unter www.sgv.de und www.wanderverband.de.

Im Laufe der vergangenen Jahre unterstützte die NRW-Stiftung mehrere Vereine bei der Restaurierung oder Einrichtung von Aussichtstürmen, u. a. auf dem Pfannenberg im Siegerland, auf dem Kahlen Asten und auf dem Rothaarkamm. Außerdem half die NRW-Stiftung bei der Umsetzung von zwei barrierefreien Wanderwegen.
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