BARRIEREFREIER BLICK AUF DAS MOOR

HOLZBOHLENSTEG IM ELMPTER SCHWALMBRUCH ERÖFFNET

Niederkrüchten / Kreis Viersen, 05.05.2017. Der Naturpark Schwalm-Nette, die Biologische Station Krickenbecker Seen und die NRW-Stiftung haben den fertiggestellten Holzbohlensteg im Elmpter Schwalmbruch offiziell in Betrieb genommen. Der Steg wurde über den Winter mit Hilfe des Landes NRW und der NRW-Stiftung erneuert. Er ist nun barrierefrei und damit auch mit Rollstuhl und Kinderwagen befahrbar. Dazu wurde der Bohlensteg auf der Gesamtlänge von 80 Metern auf 1,30 Meter verbreitert. Auf einer Seite ist ein Geländer mit Tastleiste für Sehbehinderte installiert. Der Blick in die Natur ist möglichst ungestört.

"Wir können Rollstuhlfahrern hier die einzigartige Möglichkeit bieten, direkt durch das Moor zu fahren und auf Tuchfühlung mit der Natur zu gehen", zeigt sich Landrat und Naturpark-Vorsteher Dr. Andreas Coenen von der besonderen Konstruktion begeistert. Das Geländer ist so gestaltet, dass selbst Rollstuhlfahrer auf der Aussichtsfläche einen freien Blick haben. Der Holzbohlensteg ist damit ein wichtiger Baustein zu einem inklusionsgerechten Mobilitätskonzept, das der Naturparkplan vorsieht.

Die NRW-Stiftung unterstütze den Bau mit 14.000 Euro. Deren Präsident, Harry K. Voigtsberger, machte deutlich, dass die Barrierefreiheit bei neuen Bauvorhaben inzwischen eine Selbstverständlichkeit sei. "Projekte wie dieses hier in Niederkürchten sind beispielhaft dafür, wie sich Barrierefreiheit sinnvoll mit Naturschutz verbinden lässt." Die NRW-Stiftung konnte den Naturpark Schwalm-Nette und die Biologische Station Krickenbercker Seen schon mehrfach fördern.  

Der Bau des Holzbohlenstegs mit seinen 45 Gründungspfählen war von viel Handarbeit geprägt, weil schwere Maschinen das Biotop nicht befahren konnten und durften. So hatte sich die ausführende Firma Ingenieur-Holzbau BUSMANN aus Schüttorf (Niedersachsen) eine Schlittenkonstruktion gebaut, mit der die rund 350 Kilogramm schweren Bohlen an Ort und Stelle geschoben wurden.

"Mit diesem Steg tragen wir auch unserem Anspruch nach Natur- und Landschaftsschutz Rechnung aus dem Naturparkplan Rechnung“, erklärt Naturpark-Geschäftsführer Michael Puschmann. „Der Steg bietet die einzige Möglichkeit, in das hochsensible Moor zu gelangen, ohne ihm zu schaden. Damit verhindern wir Zerstörungen an anderen Stellen.“ Die Erneuerung des Holzbohlenstegs ist gleichzeitig der Startschuss zu einer Instandhaltungsoffensive, die der Naturparkplan vorsieht.

Dem Geschäftsführer der Biologischen Station Krickenbecker Seen, Dr. Ansgar Reichmann, ist wichtig, dass der neue Steg hilft, die ökologischen Besonderheiten des Moores zu vermitteln: "An diesem Niedermoorgewässer lohnt sich sowohl der Blick über die Moorlandschaft mit duftendem Gagelgebüsch als auch ins Wasser. Wir haben hier zum Beispiel den seltenen Wasserschlauch, eine fleischfressende Pflanze, die nur in nährstoffarmen Moorgewässern wächst." Darüber hinaus sind in dem klaren Wasser Frösche, Molche und Libellen beim Laichen zu sehen. Über die biologischen Besonderheiten informiert eine neu aufgestellte Hinweistafel.

Der Steg ersetzt einen 20 Jahre alten Steg, der in die Jahre gekommen war. Er ist so konstruiert, dass er eine lange Lebensdauer hat. Abstandsscheiben verhindern zum Beispiel, dass sich zwischen Bohlen Feuchtigkeit sammelt - verzinkte Blechhülsen sorgen dafür, dass kein Wasser in die Schnittkanten des Holzes eindringt.

Der Aussichtssteg ist über die verbesserten Wanderwege von den Parkplätzen Tackenbenden und Kamerickshof nahezu steigungsfrei zu erreichen. Entlang der Wege wurden Hinweisschilder für Rollstuhlfahrer angebracht.


Holzbohlensteg Elmpter Schwalmbruch. Foto: Kreis Viersen
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Der neu gebaute Holzbohlensteg durch das Niedrigmoor im Elmpter Schwalmbruch. Foto: Kreis Viersen
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Freude über den barrierefreien Holzbohlensteg durch das Niedrigmoor (v.l.): Dr. Ansgar Reichmann (Geschäftsführer Biologische Station Krickenbecker Seen), Harry K. Voigtsberger (Präsident NRW-Stiftung), Landrat Dr. Andreas Coenen (Verbandsvorsteher Naturpark Schwalm-Nette) und Michael Puschmann (Geschäftsführer Naturpark Schwalm-Nette). Foto: Kreis Viersen
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Dr. Reichmann und Bürgermeister Kalle Wassong (Niederkrüchten). Foto: Kreis Viersen
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