ZUSCHUSS IN HÖHE VON 45.000 EURO FÜR DIE FOTOSAMMLUNG REICHLING

BILDIMPRESSIONEN VOM LEBEN DER PLAGGENSTECHER UND VOGELFÄNGER

Münster, 11.12.2014. Die Fotosammlung des früheren Leiters des Naturkundemuseums Münster, Dr. Hermann Reichling, soll jetzt mit Hilfe der NRW-Stiftung aufgearbeitet, digitalisiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Auf Antrag des Westfälischen Heimatbundes beschloss jetzt der Vorstand der NRW-Stiftung unter dem Vorsitz von Staatsminister a. D. Harry Kurt Voigtsberger, hierfür einen Zuschuss in Höhe von 45.000 Euro bereit zu stellen.

Der 1890 in Münster geborene Hermann Reichling gehörte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu den prominentesten Protagonisten von Naturschutz und Naturkunde in Deutschland. Nicht nur als Leiter des Provinzialmuseums für Naturkunde, sondern auch als Staatlicher Kommissar für Naturdenkmalpflege in der Provinz Westfalen engagierte er sich für den Naturschutz und wies so in der Zeit von 1926 – 1933 fast 60 Schutzgebiete in Westfalen aus. Mit seinen Foto- und Filmaufnahmen schuf er einen großen Fundus von Bilddokumenten der westfälischen Natur- und Kulturgeschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. 7.000 Glasplattenfotografien und 3.000 Schwarz-weiß-Negative geben neben naturkundlichen Impressionen auch Einblicke in die frühere Alltagskultur: Begegnungen mit Krammetvogelfängern hielt er ebenso fest wie die mühsame Arbeit der Plaggenstecher oder Szenen von Münsters Wochenmarkt. In enger Zusammenarbeit mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe soll die umfangreiche Sammlung jetzt zuerst digitalisiert, dann in einem Buch veröffentlicht und in 2016 und 2017 als Wanderausstellung gezeigt werden.

Rund 2.600 Natur- und Kulturprojekte konnte die NRW-Stiftung seit ihrer Gründung 1986 unterstützen. Im Münster half sie beispielsweise dabei, das Westfälische Pferdemuseum im Allwetterzoo einzurichten, das Torhäuschen am Schlossplatz zu restaurieren oder die Arbeit der Biologischen Station in den Rieselfeldern zu unterstützen. Das Geld für ihre Förderungen erhält die NRW-Stiftung überwiegend aus Lotterie-Einnahmen von Westlotto, von zunehmender Bedeutung sind auch die Spenden und Mitgliedsbeiträge ihres Fördervereins, der über 8.300 Mitglieder hat.


Hermann Reichling (links), um 1915 zusammen mit Heinrich Stille, einem Krammetsvogelfänger aus dem nördlichen Münsterland. Als Krammetsvögle bezeichnet man noch heute alle Drosselarten, vor allem aber die durchziehende Wacholderdrossel, die lange als Delikatesse galt und von "einfachen" Leuten sowie in Notzeiten gefangen wurde. Krammetsvogelfänger waren gute Vogelkundler: Sie kannten das Verhalten, die Zuggewohnheiten und die Ernährung der Tiere genau. (Foto: LWL- Museum für Naturkunde)
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