GEWINNER STEHEN FEST.

GESCHICHTSWETTBEWERB "WAR WAS? HEIMAT IM RUHRGEBIET"

Gelsenkirchen, 27.06.2014. Insgesamt 85 Preise hat die Jury des 6. Geschichtswettbewerbs im Ruhrgebiet vergeben. Zwei davon waren Sonderpreise der Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege. Der Wettbewerb wird seit 1991 mit finanzieller Unterstützung verschiedener Institutionen durchgeführt, dieses Mal mit Unterstützung der Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege, der Stiftung Kulturhauptstadt Ruhr.2010, der Stiftung Mercator GmbH sowie des Bergbau Museums Bochum, der Hans-Böckler-Stiftung, des Ruhr Museums und der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur.

Das Motto lautete WAR WAS? Heimat im Ruhrgebiet – Erinnerungsorte und Gedächtnisräume. Gefragt waren Arbeiten, die sich historisch-kritisch mit dem schillernden Begriff "Heimat" auseinandersetzen oder sich mit den Erinnerungsorten des Ruhrgebiets beschäftigten. Insgesamt waren 326 Beiträge von 293 Geschichtsbegeisterten bei der Jury eingegangen. Viele davon zu lokal- oder regionalgeschichtlichen Themen, viele aber auch mit der eigenen Biografie oder Familiengeschichte. Eingereicht wurden ganz unterschiedliche Darstellungsformen: Texte, Tondokumente, Fotos oder Filme.

Die Auszeichnungen wurden in den Kategorien Schüler, historisch Interessierte sowie professionell Arbeitende im Wissenschafts- bzw. Medienbereich vergeben, zudem gab es Sonderpreise. Der Wettbewerb ist mit insgesamt knapp 40.000 Euro Preisgeld dotiert.

Mona Wehling, Referentin für Heimat- und Kulturpflege bei der Nordhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege, überreichte bei der Preisverleihung am Freitag (26.06) im Gelsenkirchener Hans-Sachs-Haus beiden mit je 550 EUR dotierten Sonderpreise der NRW- Stiftung.

Der Sonderpreis zur Natur- und Umweltgeschichte des Ruhrgebiets ging an die Gustav-Heinemann-Gesamtschule aus Dortmund für ihr Projekt "Alles im Fluss". Im Rahmen einer langjährigen Kooperation der Schule mit der Kokerei Hansa in Dortmund Huckarde ging es bei "Alles im Fluss" um die Erkundung der Geschichte der Emscher durch sieben Lerngruppen unterschiedlichen Alters, vom 6. bis zum 11. Jahrgang. Die Ergebnisse wurden künstlerisch umgesetzt und in mehreren Ausstellungen auf der Kokerei präsentiert. Die Jury, der auch Mona Wehling, Kulturreferentin der NRW-Stiftung, angehört, bescheinigte dem Projekt außergewöhnliche Originalität und Kreativität. Den Teilnehmern und Teilnehmerinnen sei viel Raum für Phantasie und Gestaltungskraft gegeben worden, der ästhetisch anspruchsvolle Ergebnisse hervorgebracht habe. Die Emscher habe sich dabei als hervorragendes Beispiel für die Dokumentation eines ökologischen Bewusstseinswandels bewiesen: die Einsicht in die Notwendigkeit der Wiedergewinnung einer durch die Industrie zerstörten Natur und Umwelt.

Der zweite von der NRW-Stiftung getragene Preis war der Sonderpreis zur Migrationsgeschichte des Ruhrgebiets. Er ging an den Flüchtlingskurs K7 (2012/13) unter der Leitung von Ruth Boketta im Evangelischen Bildungswerk Dortmund für ihre Einreichung "Auf der Suche nach einer neuen Heimat im Ruhrgebiet". Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Flüchtlingskurses K 7 hatten im Rahmen einer Schreibwerkstatt Texte zum Thema "Heimat" verfasst, mit denen sie ihre Erfahrungen als Flüchtlinge, die ihre Heimat meist gewaltsam verloren haben, und ihre Erwartungen an die neue Heimat artikulieren konnten. Die Texte zeugen von dem hohen Engagement sowohl des Evangelischen Bildungswerkes Dortmund als auch der Jugendlichen. Deutlich wird mit diesem Beitrag – so die Jury – , wie wichtig "Heimat" als Gefühl der Zugehörigkeit und der Anerkennung ist. "Heimat", fernab von jeglicher Tümelei, ist für diese jungen Menschen etwas, was ihnen Orientierung gibt und Ausgangspunkt ihres Handelns ist und keineswegs nur an einem Ort zu lokalisieren ist. "Heimat" wird von den Teilnehmern und Teilnehmerinnen vor allem als ein Aneignungsprozess von Verantwortung für das eigene Leben verstanden.


Foto: Forum Geschichtskultur an Ruhr und Emscher e.V. / Juergen Spiler
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