- Mit Rubbellosen wird ein Bonner Denkmal restauriert -

NRW-Stiftung verhilft Bonner Pfadfindern zum neuen Heim im alten Mühlensockel
Bonn, 23.09.2005. Gute Nachricht für den Förderverein Bonner Pfadfinderinnen und Pfadfinder e.V.: Die Nordrhein-Westfalen-Stiftung stellt dem Verein einen Zuschuss von bis zu 65.000 Euro für die Restaurierung und den Umbau des Mühlensockels im Stadtteil Graurheindorf zur Verfügung, damit er als Heim für die Pfadfinder im Bonner Norden genutzt werden kann. Das beschloss jetzt (22.09.2005) der Vorstand der NRW-Stiftung unter Vorsitz des Stiftungspräsidenten Staatsminister a.D. Franz-Josef Kniola.

Nur vier linksrheinische Windmühlen gab es im heutigen Stadtgebiet von Bonn. Der alte Mühlensockel auf der Grenze zwischen Graurheindorf und Auerberg ist eines der wenigen baulichen Zeugnisse, die davon noch erhalten sind. Er stammt von einer Turmwindmühle, die hier 1831 erbaut und bis 1890 betrieben wurde. In der Zeit um den I. Weltkrieg wurden jedoch die Aufbauten der Mühle an der Rheindorfer Burg niedergelegt, der Unterbau diente seitdem als Eiskeller, Lager, Werkstatt und auch als Stall. Der Mühlensockel steht heute unter Denkmalschutz, ist aber derzeit von Bäumen und Sträuchern zugewuchert.

Der Förderverein der Bonner Pfadfinderinnen und Pfadfinder möchte nun im Laufe der nächsten drei Jahre den Mühlensockel restaurieren und für die beiden Pfadfindergruppen im Bonner Norden, die HAG Rheintöchter und den Stamm Rheingold, einrichten. Rund 80 Kinder gehören aktuell zu den beiden Gruppen. Um den Mühlenstumpf für die Pfadfinder nutzen zu können, muss die Mühle entrümpelt, gereinigt, gegen Feuchtigkeit isoliert, in Teilen verputzt und mit Fenstern und Türen versehen werden. Außerdem sollen eine Zwischendecke, eine Treppe und Sanitäranlagen eingebaut werden. Vieles wollen die Pfadfindergruppen in Eigenleistung machen. Die Stadt Bonn, die Eigentümerin der Mühle ist, überlässt sie den Pfadfindern auf unbestimmte Zeit.

Das herausragende Engagement des Vereins und der hohe Anteil an Eigenleistung, den die Pfadfindergruppen aufbringen möchten, hätten auch den Vorstand der NRW-Stiftung überzeugt, heißt es in einer Presse-Mitteilung der Nordrhein-Westfalen-Stiftung. So könne ein Denkmal erhalten und sinnvoll für die Jugendarbeit genutzt werden, ohne dass der historische Charakter dieses Baudenkmals beeinträchtigt wird. Die Unterstützung für die Bonner Pfadfinder gehört zu den rund 1.400 Maßnahmen, mit denen die NRW-Stiftung Vereine und Verbände bei ihrer Arbeit für den Naturschutz und die Heimat- und Kulturpflege unterstützt. Im Bonn half die NRW-Stiftung unter anderem bei der Restaurierung des Beethoven-Hauses, der rechtsrheinischen Holzlarer Mühle oder auch bei der Ausstattung des Theaters im Ballsaal in Endenich. Das Geld für Ihre Aufgaben erhält die Stiftung hauptsächlich aus Zweckerträgen der sogenannten Rubbellos-Lotterie, außerdem aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen ihres Fördervereins.



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