AB MITTE 2018 KANN DIE STIFTUNG ZOLLVEREIN DIE ERSTE VERMITTLUNGSSTATION ERRICHTEN

DENKMALPFAD ZOLLVEREIN®/KOKEREI: FÖRDERZUSAGEN UND START FÜR BAUABSCHNITT 1

Essen, 09.01.2018. Gute Nachrichten für das Welterbe Zollverein: Die NRW-Stiftung und die RAG-Stiftung stellen der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Stiftung Zollverein e. V. bzw. der Stiftung Zollverein finanzielle Zuschüsse zur Verfügung, mit denen der neue „Denkmalpfad ZOLLVEREIN®/Kokerei“ errichtet werden soll. Eckhard Uhlenberg, Präsident der NRW-Stiftung, und Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied im Vorstand der RAG-Stiftung, überreichten die Förderzusagen an Vertreter beider Institutionen. Dank der Zuschüsse kann die Stiftung Zollverein als Eigentümerin und Bauherrin der Maßnahme voraussichtlich ab Mitte 2018 im Rahmen des ersten Bauabschnittes die erste von insgesamt zwölf Stationen des neuen Denkmalpfads realisieren. Projektionen und Animationen werden die komplexen Funktionsabläufe auf der einst größten Kokerei des Ruhrgebiets künftig visualisieren und verständlich vermitteln.

Der Denkmalpfad ZOLLVEREIN®

Der Denkmalpfad ZOLLVEREIN® umfasst die historischen Kernbereiche der Zeche und Kokerei Zollverein. Im Rahmen von Führungen sehen und erfahren Besucher, wie das ehemalige Bergwerk funktionierte und was es bedeutete, im Bergbau tätig zu sein. Insgesamt nehmen pro Jahr rund 150.000 Besucher die vielfältigen Angebote wahr. Die komplexen Betriebsabläufe auf der Zeche werden den Besuchern seit Ende 2009 durch aufwändige Medieninstallationen vermittelt. Auf der Kokerei Zollverein soll nun ein ähnliches Konzept umgesetzt werden. Mit Hilfe modernster Präsentationen sollen die Besucher künftig die Möglichkeit erhalten, auch die 1993 stillgelegte Kokerei mit ihren technischen Besonderheiten und sozialgeschichtlichen Hintergründen ausführlich zu erkunden. Dafür wird die Anlage virtuell wieder in Betrieb genommen, um die einstigen Produktionsprozesse zu veranschaulichen: Der Besucher befindet sich quasi inmitten der Koksproduktion und erlebt an insgesamt zwölf verschiedenen Stationen die einzelnen Arbeitsschritte hautnah mit – von der Anlieferung der Kokskohle über das „Backen“ bis zum Ablöschen des Kokses.

Fördervolumen und Start des Ausbaus auf der Kokerei

Das Gesamtkonzept für den neuen Denkmalpfad ZOLLVEREIN®/Kokerei hat der Stiftungsrat der Stiftung Zollverein bereits positiv beschieden. Nun kann dank der Förderzusagen die erste Umsetzungsphase mit einem Volumen in Höhe von insgesamt 534.000 Euro beginnen: Mit den Anteilen der RAG-Stiftung (300.000 Euro), der NRW-Stiftung (220.000 Euro) und der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Stiftung Zollverein e.V. (14.000 Euro) kann die Stiftung Zollverein voraussichtlich ab Sommer 2018 mit den Bauarbeiten zur Realisierung der Station 1 „Löschturm Ost“ in einem sogenannten Vermittlungs-Kubus beginnen, der zugleich als Eingang in den neuen Denkmalpfad dient: Mit modernster Medientechnik und Visualisierungen sollen Besucher dort künftig eine Einführung in die Produktionsprozesse der Kokerei erhalten, untermalt von originalen Betriebsgeräuschen. Für diese erste Station wird ein Kubus direkt in den historischen Löschturm Ost der Kokereianlage eingebaut. Formal angelehnt ist diese bauliche Erweiterung an die einstige Funktion des Löschturms: Zu Betriebszeiten wurde die Kohle fast 20 Stunden in den insgesamt 304 Koksöfen bei circa 1.000 Grad Celsius gegart, bevor der rot glühende Koks aus den sechs Meter hohen Ofenkammern ausgedrückt wurde und in den wartenden Löschwagen fiel, zum Löschturm transportiert und mit kaltem Wasser gelöscht wurde.

Aufgrund des Erhaltungszustandes der Kokerei und der generellen Zugänglichkeit ist die Vermittlung der Betriebsabläufe auf der Kokerei bislang nur punktuell und sehr eingeschränkt möglich. Mit der Realisierung des neuen Denkmalpfades hat die Stiftung Zollverein gemeinsam mit dem Architekturbüro NEW aus Dortmund Lösungen gefunden, die zum einen das Denkmal schonen und Eingriffe in die historische Substanz weitestgehend vermeiden, andererseits die Zugänglichkeit für Besuchergruppen ermöglichen bzw. erleichtern, um einen Einblick in die Anlage zu gewähren.

Denkmalvermittlung auf dem Welterbe Zollverein

Die Denkmalvermittlung und die damit verbundene Öffnung und touristische Bespielung des Welterbes Zollverein ist satzungsgemäßer Stiftungszweck und gehört zu den grundlegenden Aufgaben der Stiftung Zollverein. Dabei gilt es, die Geschichte, Technik und Architektur der einst größten und leistungsfähigsten Steinkohlenzeche der Welt und der größten Zentralkokerei Europas sowie den Arbeitsalltag der Bergleute und Koker künftigen Generationen anschaulich zu vermitteln.

Zitate

Eckhard Uhlenberg, Präsident der NRW-Stiftung

„Die Geschichte der ehemals größten Zeche des Ruhrreviers wird durch den neuen Denkmalpfad an der Kokerei lebendig präsentiert. Dabei hilft die NRW-Stiftung gerne.“

„Wir wünschen uns, dass die erneute Förderung auf Zeche Zollverein eine Initialzündung mit Signalwirkung ist, die Förderungen weiterer Partner und somit die Realisierung weiterer Stationen an der Kokerei nach sich zieht.“

Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied des Vorstands der RAG-Stiftung

„Die RAG-Stiftung hat zusammen mit der RAG Ende des vergangenen Jahres ihren neuen Verwaltungssitz auf dem Kokereiareal von Zollverein bezogen. Unsere Verbundenheit zum Standort geht historisch begründet aber weit darüber hinaus. Grundsätzlich ist es uns ein Anliegen, den Standort Zollverein weiter zu beleben – neben wirtschaftlichen Entwicklungen, die wir vorantreiben, zählt auch der Erhalt des Bergbauerbes. Mit der Förderung des neuen Denkmalpfades möchten wir dazu unseren Beitrag leisten.“

Dr. Anneliese Rauhut, Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Stiftung Zollverein e.V.

„Der neue Denkmalpfad auf der Kokerei Zollverein ist ein weiterer Beitrag zur Öffnung und Vermittlung des UNESCO Welterbes Zollverein für die Menschen hier in der Region und die vielen Besucher aus dem In- und Ausland.  Die Gesellschaft der Freunde und Förderer der Stiftung Zollverein freut sich sehr, dass es ihr gelungen ist, sowohl die NRW-Stiftung als auch die RAG-Stiftung als Unterstützer für dieses großartige Projekt der Stiftung Zollverein zu gewinnen.“

Hermann Marth, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Zollverein

„Wir freuen uns, durch die Förderungen wichtige Bausteine für den Ausbau des Denkmalpfad ZOLLVEREIN® auf der Kokerei realisieren zu können. Mein Dank geht auch an die Kollegin Frau Nölle dafür, dass sie Konzeption und Umsetzung nachhaltig vorangetrieben hat.“


v.l.n.r.: Peter Iwinski (ehemaliger Zollverein-Koker), Dr. Anneliese Rauhut (Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Stiftung Zollverein e.V.), Eckhard Uhlenberg (Präsident der NRW-Stiftung), Bärbel Bergerhoff-Wodopia (Mitglied des Vorstands der RAG-Stiftung), Hermann Marth (Vorstandsvorsitzender der Stiftung Zollverein), Jolanta Nölle (Mitglied des Vorstands der Stiftung Zollverein) und Peter Hullermann (ehemaliger Zollverein-Koker) auf dem Dach der Mischanlage der Kokerei Zollverein bei dem Termin am 9. Januar 2018.

Foto: Jochen Tack / Stiftung Zollverein
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