ERÖFFNUNG DES INDUSTRIEARCHÄOLOGISCHEN PARKS IN OBERHAUSEN

ST. ANTONY – EIN HÜTTENWERK WIRD LEBENDIG

Die Baumaßnahmen zum Park sind beendet, das Dach ist auf die Fundamente gesetzt. Auf der Ausgrabungsstätte der Oberhausener St. Antony-Hütte enthüllt das LVR-Industriemuseum über 250 Jahre alte Geheimnisse aus den Anfängen der Ruhrindustrie. Im Industriearchäologischen Park wird die hier einst pulsierende Eisenhütte St. Antony unter einem futuristischen Stahldach wieder zum Leben erweckt. St. Antony früher und heute 18. Oktober 1758: Das eiserne Herz des Ruhrgebiets beginnt zu schlagen. Aus dem Hochofen der St. Antony-Hütte floss an jenem Tag erstmals Roheisen. In einem faszinierenden Wirtschaftskrimi entwickelte sich aus diesen zaghaften Anfängen der Weltkonzern Gutehoffnungshütte. Damit ist St. Antony die Keimzelle der Stahlindustrie im Revier. Im rund 1000 Quadratmeter großen Industriearchäologischen Park wird mit den freigelegten Überresten des alten Werks seine beeindruckende Geschichte wieder lebendig. Seit 2006 haben die Archäologinnen und Archäologen des Amtes für Bodendenkmalpflege im Rheinland die Reste der Produktionsanlagen der St. Antony-Hütte ausgegraben. Auf der heutigen Grabungsfläche standen im 18. und 19. Jahrhundert Hochöfen, Dampfgebläse und Kessel. Hier gossen die Arbeiter das glühende Eisen in die Formen und fertigten Produkte wie Pfannen und Töpfe, Munition oder Maschinenteile. Die Archäologen konnten Fundamente und Mauerreste zu Tage befördern, die wichtige Aufschlüsse über die verschiedenen Bauphasen des Hüttenwerks geben und zeigen, wie sich die frühindustrielle Anlage durch grundlegende Innovationen immer wieder verändert hat. Innovatives Ausstellungskonzept Über einen Steg wird der Besucher durch die Ursprünge der Eisen- und Stahlindustrie geführt werden. Dank moderner 3-D-Animationen und Schautafeln wird das zunächst verwirrend erscheinende Gemenge von Mauerresten, Fundamenten und Anlageteilen für den Besucher aufgeschlüsselt. Die Konstruktion des futuristischen Stahldachs, das den Industriearchäologischen Park wie eine Muschel überspannt, wurde in der Praxis bisher noch nie erprobt. Die Baumaßnahmen erforderten daher eine besonders gründliche Vorbereitung, so dass manche Berechnungen mehrfach geprüft werden mussten. Das Dach ist eine selbst tragende Stahlblechschale aus verzinktem Stahl. Es besteht aus 323 miteinander verschraubten Stahlblechschindeln und überspannt eine Fläche von etwa 900 Quadratmetern. Es wiegt circa 73 Tonnen. Unterstützung und Förderung Mehr als eine Million Euro hat die Herrichtung des gesamten Areals gekostet. Während das Land NRW, der LVR, Sponsoren aus der Wirtschaft und die Bürgerstiftung der Sparkassen die neue Dachkonstruktion und die Sanierung des Bodendenkmals finanzierten, übernahm die Nordrhein-Westfalen-Stiftung die Kosten für die neue Medientechnik und die Stege, auf denen Besucher über das Denkmal gehen können. Damit kommt die NRW-Stiftung ihrem Anliegen nach, Denkmale nicht nur zu erhalten, sondern möglichst auch öffentlich zugänglich zu machen.


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