RESTAURIERUNGSARBEITEN AM SCHLOSS DRACHENBURG ABGESCHLOSSEN

KÖNIGSWINTER ÜBERGIBT SCHLÜSSEL DER DRACHENBURG AN DIE NRW-STIFTUNG

Königswinter, 06.07.2010. Im Frühjahr 1995 begannen die ersten Bauarbeiten für die umfassende Restaurierung des Ensembles von Schloss Drachenburg. 15 Jahre später, am Samstag (3. Juli) war es dann soweit: Nachdem auch die letzten Maßnahmen am und im Hauptgebäude des Schlosses beendet sind und das weithin sichtbare Baudenkmal 128 Jahre nach seiner Grundsteinlegung in neuem Glanz erstrahlt, überreichte der Bürgermeister der Stadt Königswinter in einer Feierstunde symbolisch den Schlüssel von Schloss Drachenburg an den Vorsitzenden des Stiftungsrates der NRW-Stiftung, Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers. Rund 200 geladene Gäste kamen zu der Schlüsselübergabe, bei der auch der Präsident der NRW-Stiftung, Jochen Borchert, der Landrat des Rhein-Sieg-Kreises, Fritjof Kühn und der für die Bauarbeiten zuständige Projektleiter Dr. Ägidius Strack zu den Gästen sprachen.

Zusammen mit der Stadt Königswinter und dem Land Nordrhein-Westfalen hat die NRW-Stiftung in den vergangenen Jahren das zwischen 1881 und 1884 erbaute Schloss und seine Anlagen behutsam und umfassend restauriert. Nachdem in einem ersten Bauabschnitt die Umfassungsmauern am Eselsweg und an der unteren Grundstückgrenze saniert wurden, begannen 1997 die Arbeiten zur Instandsetzung des Hauptgebäudes. In den Jahren von 1997 bis 2000 wurde zudem die Vorburg restauriert und ausgebaut, die heute von der Stiftung Naturschutzgeschichte als Archiv, Forum und als Museum genutzt wird. Im Hauptgebäude begann nach Fertigstellung der imposanten Kunsthalle im Jahre 2004 die behutsame Restaurierung der Innenräume, die dann im Frühjahr 2010 endgültig abgeschlossen werden konnte.

Die Schlossräume sind jetzt mit historischen Möbeln eingerichtet, die das ursprüngliche Erscheinungsbild nahezu authentisch wiedergeben und dem Besucher einen Einblick in die gründerzeitliche Wohnkultur des späten 19. Jahrhunderts vermitteln. Der Rundgang führt die Besucher gleich zu Beginn in eine Ausstellung im Erdgeschoss des Schlosses, wo sie sich ein Bild von der äußerst wechselvollen Geschichte des Schlosses und seiner immerhin elf Besitzern machen können. Das Schloss war repräsentativer Wohnsitz, Frauengenesungsheim, Eisenbahner-Ausbildungsstätte, ein Internat von Klosterbrüdern, in den Kriegsjahren zudem Schule der Deutschen Arbeiterfront. Auch die 15jährige Bau- und Renovierungsphase, die nun endet, wird in der Ausstellung thematisiert.

Um das gründerzeitliche Baudenkmal zu erhalten und es öffentlich zugänglich zu machen, hatte die NRW-Stiftung 1989 das Schloss Drachenburg von seinem letzten Privatbesitzer gekauft und es dann an die Stadt Königswinter übertragen, um Förder- und Kooperationsmöglichkeiten zu nutzen..Der Startschuss für die Instandsetzung fiel dann 1995, nachdem die NRW-Stiftung vorher ein umfangreiches Gutachten hatte erstellen lassen. 15 Jahre später erstrahlt das frisch restaurierte Denkmal nun wieder wie eine Ikone der Rheinromantik auf halber Höhe zum Drachenfels. Einzig im Park gibt es noch einige Arbeiten, die nach dem ungewöhnlich langen Winter erst im Laufe des Sommers vollendet wer-den.

Die Restaurierung von Schloss Drachenburg und seiner Anlagen ist bis heute das größte und ehrgeizigste Projekt der NRW-Stiftung. Bewusst hat man auch während der Restaurierungsphase die Räumlichkeiten der Burg so weit wie möglich für Besucher offen gehalten, um ihnen einen Einblick in die zwar langfristigen, aber auch spannenden Arbeiten für den Erhalt dieses einzigartigen Denkmals zu geben. Im Ergebnis soll das "begehbare Exponat" Schloss Drachenburg nun als Beispiel für die Architektur der Gründerzeit und für die Wohn- und Lebenswelt dieser Epoche für viele Menschen ein attraktives Ausflugsziel im Siebengebirge in Königswinter werden. Hier wird derzeit neben dem Ausbau des Siebengebirgsmuseums und der Altstadtsanierung mit Hilfe der Regionale 2010 auch die Mittelstation der Zahnradbahn verlegt, zudem erhält die Bergspitze des Drachenfels mit dem Umbau des Restaurants ein neues Gesicht. Die Bahn demnächst unmittelbar an der Vorburg, die inzwischen wieder - wie früher – den Eingangsbereich zum Gelände des Schlosses bildet und Besuchern den Eindruck vermittelt, den seinerzeit schon der Bauherr Baron Stephan von Sarter geplant hatte.

Die Kosten für die Gebäudesanierung der Hauptburg wurden seinerzeit auf 53 Mio. DM (27 Mio. Euro) detailliert beziffert. Bis zur Fertigstellung 2010 wurden dann vom Land NRW und von der Nordrhein-Westfalen-Stiftung rund 31,5 Mio. Euro in die Sanierung der Hauptburg, die Restaurierung und Ausstattung der Innenräume, die Rekonstruktion der Kuppel und Treppenanlage, in Aufzug und Aussichtsplattform investiert – die Arbeiten an der Hauptburg blieben dabei im Rahmen des Gutachtens. Hinzu kamen weitere Aufträge für die Restaurierung und den Umbau der Vorburg in Höhe von 4,5. Mio. Euro, die zum überwiegenden Teil aus Mitteln des Bonn-Berlin-Ausgleichs finanziert werden konnten. Für die Zukunft des Schlosses hatte die NRW-Stiftung bereits im Jahr 1999 eine eigene Stiftung Schloss Drachenburg gegründet und mit Grundstock ausgestattet.

Am Samstag gab es beim Tag der Offenen Tür bei freiem Eintritt für die Besucher ein Unterhaltungsprogramm mit Musikdarbietungen, historischen Kostümen, Greifvogelvorführungen, Informationsständen der Regionale 2010, der Stiftung Naturschutzgeschichte und mehrere Kinder-Aktionen.


Schlüsselübergabe von Schloss Drachenburg. Jochen Borchert (Präsident der NRW-Stiftung), Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (Vorsitzender des Stiftungsrates der NRW-Stiftung, Peter Wirtz (Bürgermeister der Stadt Königswinter), Dr. Aegidius Strack (Projektleiter) (vrnl).
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Auch die ganz jungen Besucher waren vom Tag der Offenen Tür begeistert. Im Hintergrund die ehrenamtlichen Regionalbotschafter Peter und Ulrike Tscharnke und Jürgen und Irmgard Hildebrand (v.l.).
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Rückzahlung des symbolischen Kaufpreises der NRW-Stiftung an die Stadt Königswinter. Jochen Borchert, Präsident der NRW-Stiftung und Peter Wirtz, Bürgermeister der Stadt Königswinter (rechts).
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Bei Rundgang. Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, Jochen Borchert, Bauminister Lutz Lienenkämper.
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Auf der Terasse von Schloss Drachenburg: Landrat des Rhein-Sieg-Kreises Fritjof Kühn , Bauminister Lutz Lienenkämper, Bürgermeister der Stadt Königswinter Peter Wirtz, Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, Ingrid Borchert, Jochen Borchert, Präsident der NRW-Stiftung.
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