Gebietsbeschreibung
Geographische Lage und naturräumliche Charakterisierung
Das Krosewicker Feld ist eine ca. 45 ha große, ± rechteckige, durch Hecken reich gekammerte und mit zahlreichen Kleingewässern ausgestattete, extensive Grünlandfläche, die sich seit Anfang der 1990er Jahre im Besitz der NRW-Stiftung befindet und die aus einer vormaligen Ackerfläche fast de novo entwickelt wurde. Die Fläche liegt im Westfälischen Tiefland bzw. im westlichen Münsterland nahe der deutsch-niederländischen Grenze ca. 8 km nordwestlich von Vreden (Kreis Borken). Sie grenzt im Norden an das NSG "Krosewicker Grenzwald". Mit einer Höhenlage zwischen 26 und 30 m über NN ist die Tieflagen-Landschaft dort fast eben.
Von Köln oder Düsseldorf ist das Gebiet über die A3 zu erreichen, der man an Duisburg vorbei bis zum Kreuz Alsfeld folgt. Dort wechselt man auf die A2 bis Bottrop, und am Kreuz Bottrop auf die A31. Auf dieser fährt man bis nach Ahaus. Bei der Abfahrt Legden/Ahaus verlässt man die Autobahn und fährt auf der B 474 Richtung Ahaus, dort dann nach links auf die B 70 Richtung Stadtlohn. Ca. 3 km vor Stadtlohn fährt man rechts ab nach Vreden, von dort auf der L 618 (Richtung Groenlo) bis zur Grenzortschaft Zwillbrock. Kurz zuvor (In Höhe des Zwillbrocker Venns) zweigt rechts die K 18 nach Krosewick ab. Auf dieser fährt man zunächst ca. 1,5 km nach Norden. Die Straße führt dann in östlicher Richtung weiter und nach ca. 1 km erreicht man das nördlich angrenzende Krosewicker Feld.
Der geologische Untergrund wird von eiszeitlichen (pleistozänen) sowie nacheiszeitlichen (holozänen) Ablagerungen gebildet. Sie überdecken die darunter liegenden mesozoischen Kreide-Schichten, die nur lokal in der Region zu Tage treten. Ausgangsmaterial für die Bodenbildung sind vor allem die Lockersedimente der saaleeiszeitlichen Grundmoräne, die meist stark verwittert ist und vorwiegend in Form von lehmigen Sanden und sandigen Lehmen vorkommt. Diese sind häufig von reinen Sandlinsen durchsetzt. Daneben kommen Talsande und Flugsande vor. Vorherrschende Bodentypen im Gebiet sind Podsole, Pseudogleye und Gleye. Auch Übergänge zu sauren Braunerden kommen vor, insgesamt alles Böden, die von Natur aus nährstoffarm sind und sich auch im Hinblick auf die Bodenfeuchte für eine landwirtschaftliche Nutzung nicht besonders gut eignen.
Kennzeichnend für das Gebiet ist ein subatlantisches Flachlandklima mit milden Wintern und relativ kühlen Sommern. Eckwerte hierfür sind ein Jahresmittel der Temperatur von 9,1 °C und ein Jahresniederschlag von 725 mm - beides langjährige Mittel. Die frostfreie Periode dauert gewöhnlich von Mitte April bis Mitte Oktober und umfasst ca. 170-180 Tage. Weitere Kennzeichen sind häufiger schwacher bis mäßiger Wind aus Südwest.
Historie
Das Gebiet war ursprünglich von dichtem Laubwald bedeckt, den der Mensch in historischer Zeit durch Holzentnahme, Waldweide und Streunutzung immer weiter zurückdrängte. Dieser Prozess setzte sich so lange fort, bis etwa Mitte des 19. Jahrhunderts hier eine nahezu baumlose Heidelandschaft entstanden war. Die hofnah gelegenen Äcker wurden im Rahmen der sog. Plaggeneschkultur bewirtschaftet. Bei dieser wurden die obersten Dezimeter Bodenoberfläche samt Aufwuchs und Wurzeln abgeplaggt und in den Viehställen ausgebracht. Nachdem diese sich dort mit den Tierexkrementen vollgesogen hatten, brachte man sie als organischer Dünger auf die Äcker. Dabei kam es natürlich zu einem immer stärkeren Nährstoffentzug in der Heide zugunsten der Äcker.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden die großflächigen Heiden im Gebiet nach und nach in ertragreicheres Grünland umgewandelt. Allerdings gab es bis in die 1940er Jahre im Krosewicker Feld noch Heide. Der Wandel in der Landwirtschaft in den 1960er und 1970er Jahren brachte es aber mit sich, dass die Grünlandbewirtschaftung im westlichen Münsterland weitgehend vom noch profitableren Ackerbau abgelöst wurde. Das Krosewicker Feld, das bis in die 1970er Jahre noch von flächendeckender Grünlandnutzung geprägt war, unterlag schließlich auch diesem Trend und aus feuchtem Grünland wurde mittels Drainage und Umbruch nun Ackerland. Ab 1992 wurde diese Fläche in Anlehnung an "historische" Vorbilder wieder in feuchtes, nutzbares Extensivgrünland zurückverwandelt.