Beschreibung der Fauna
Fauna
Auch die Tierwelt des Gebietes ist reichhaltig und steht der Pflanzenwelt nicht nach. Der Biotop-Management-Plan (Projektgruppe Molluskenkartierung 1992) listet für das Gesamtgebiet von den erfassten Tiergruppen zahlreiche bemerkenswerte Arten auf, darunter auch Streifgäste und Durchzügler.
Von den acht genannten Fischarten sind Bachneunauge (Lampetra planeri) und Elritze (Phoxinus phoxinus) bemerkenswert. Reichhaltig ist insbesondere die Avifauna: Von den 85 nachgewiesenen Vogelarten stehen 24 in der Roten Liste von Nordrhein-Westfalen und immerhin 16 in der Roten Liste von Deutschland. Hervorzuheben sind z.B. die Heidelerche (Lululla arborea), der Neuntöter (Lanius collurio), die Saatkrähe (Corvus frugilegus) und der Eisvogel (Alcedo atthis).
Die Säugetiere sind mit bemerkenswerten Arten wie Wildkatze (Felis sylvestris), Dachs (Melis melis), Wimperfledermaus (Myotis emarginatus), Fransenfledermaus (Myotis nattereri) und Braunem Langohr (Plecotus auritus) vertreten. Um das Jahr 2000 wanderten nach Angaben des Life-Bäche-Projekts die ersten Biber (Castor fiber) ein.
Besonderer Erwähnung bedarf die sonst meist wenig beachtete Weichtier-Fauna. Zwei Arten kommen im Gebiet vor, die bundesweit vom Aussterben bedroht sind: Flußperlmuschel (Margaritifera margaritifera) und Dunker’s Quellschnecke (Bythinella dunkeri). Die immer noch schrumpfende Population der Flussperlmuschel am Perlenbach ist die letzte in Nordrhein-Westfalen. Diese Art gab übrigens dem Perlenbach den Namen und ist auch kulturhistorisch von Bedeutung. Denn die Vorkommen der Perlen liefernden Muscheln wurden schon im 14. Jahrhundert urkundlich erwähnt, und die lukrative Perlenfischerei war lange ein streng gehütetes Privileg der Landesherren, auf dessen Mißachtung sogar der Galgen gestanden haben soll.
13 Arten von Libellen finden sich im Gebiet, darunter die seltene Blauflügel-Prachtlibelle (Calopteryx virgo) und die Zweigestreifte Quelljungfer (Cordulegaster boltoni). Von den 25 nachgewiesenen Tagfalterarten sind insbesondere der bundesweit vom Aussterben bedrohte Blauschillernde Feuerfalter (Lycaena helle) und der stark gefährdete Randring-Permutterfalter (Proclossiana eunomia) zu nennen, zwei Eiszeitrelikte, deren Raupen sich ausschließlich von den Blättern des Schlangen-Knöterichs ernähren.