WEGWEISER-PREIS

KLAUS MICHAEL LEHMANN UND DIE ZECHE ERIN

"WegWeiser"-Preisträger Klaus Michael Lehmann
Die Zeche Erin wurde 1866 gegründet und diente über ein Jahrhundert lang der Kohleförderung. Bei ihrer Schließung 1983 arbeiteten hier an die 3.800 Menschen. Durch die Stilllegung gingen aber nicht nur Arbeitsplätze verloren, sondern es drohte auch einem Wahrzeichen Castrop-Rauxels, dem 68 Meter hohen Fördergerüst über dem Schacht Erin 7, ein unrühmliches Ende: die Verschrottung.

Denn Fördertürme wie die der Zeche Erin in Castrop-Rauxel bringen schon lange keine Kohle mehr ans Tageslicht. Fragen und Gedanken aber befördern sie ganz automatisch - solange sie nur weiter in den Himmel ragen. Denn indem sie Blicke fangen, weisen sie dem "Erin"nern einen Weg. Dies war ein Hauptgrund für den Fotografen Klaus Michael Lehmann, sich seit Mitte der 1980er-Jahre für die Rettung des Schachtgerüstes Erin 7 und später des Hammerkopfturms Erin 3 einzusetzen.

"Dank des Erhalts des stadtbildprägenden Schachtgerüstes von Erin 7 bleibt der Bergbau durch Nachfragen und Erzählungen lebendig.

Im Oktober 1984 gegründete er den "Erin-Förder-Turm-Verein" und setzte sich für den Erhalt des Stahlgerüsts von 1953/54 ein. Dies war eine der ersten Initiativen, die die NRW-Stiftung unterstützte, als sie im Mai 1987 ihre Tätigkeit aufnahm. So trug er maßgeblich dazu bei, dass Castrop-Rauxel seine Bergbauvergangenheit nicht aus den Augen verliert. Das Projekt ergänzte die Bemühungen um den gleichfalls bedrohten Teutoburgia-Turm im benachbarten Herne-Börnig.
Statt abzureißen, wurde nun restauriert. 1990 konnten die Arbeiten an Erin 7 abgeschlossen werden - das Engagement des Förder-Turm-Vereins und seines Vorsitzenden Klaus Michael Lehmann aber ging weiter. Es galt nun dem 1929 erbauten "Hammerkopfturm" über Schacht 3 der Zeche. Solche Hammerkopftürme wurden vor allem zwischen 1911 und 1945 errichtet.
"Seit den 1860er-Jahren war Bergbau die Haupterwerbsquelle Castrop-Rauxels.


Bei dieser platzsparenden Bauform befinden sich Fördermaschine und Führerstand nicht wie sonst üblich in einem gesonderten Maschinenraum, sondern in dem hammerkopfartigen Aufbau, dem die Türme ihren Namen verdanken. Erin 3 gilt als der älteste erhaltene Vertreter dieses Typs in Nordrhein-Westfalen, umso bemerkenswerter, dass auch die maschinelle Ausstattung in seinem Innern noch vorhanden war.

Dank des Einsatzes von Klaus Michael Lehmann und seiner Mitstreiter konnte die bergbaugeschichtliche Rarität gerettet werden. 1993 war die Sanierung abgeschlossen. Die Verleihung des "WegWeiser"-Preises 2003 würdigte auch diesen Erfolg.



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