WEGWEISER-PREIS

KARL-HEINZ ALBRECHT UND DIE UELZENER HEIDE

Karl-Heinz Albrecht und seine Kopfweiden in der Uelzener Heide.
Karl-Heinz Albrecht und seine Kopfweiden in der Uelzener Heide.
"Ich bin doch von hier!" - das ist die simple Begründung von Karl-Heinz Albrecht, wenn man ihn fragt, warum er sich für den Naturschutz im Kreis Unna-Mühlhausen engagiert. Für seinen beispielhaften Einsatz für den Naturschutz in Nordrhein-Westfalen erhielt der 70-jährige 2008 den "WegWeiser"-Preis der NRW-Stiftung.

Angefangen hat alles vor rund 30 Jahren. Der gelernte Ingenieur hatte bemerkt, dass immer mehr Weiden in der Uelzener Heide auseinander brachen. Niemand kümmerte sich um die kaputten Bäume oder pflanzte neue Weidensetzlinge nach. Darüber sprach er mit Freunden und Nachbarn und trommelte zwei Dutzend Bekannte zusammen. Einen Tag lang beschnitt die Gruppe die Bäume am Ortsrand von Mühlhausen.

Für den Naturschutz konnte Karl-Heinz Albrecht zahlreiche freiwillige Helfer begeistern.
Für den Naturschutz konnte Karl-Heinz Albrecht zahlreiche freiwillige Helfer begeistern.
Was 1980 nach einer Eintagsfliege aussah, ist mittlerweile Dorftradition wie anderswo Schützenball oder Feuerwehrfest. Immer am ersten Samstag im Jahr ist "Tag der Weide" in Unna-Mühlhausen. Dann rücken zwischen 50 und 100 Helfer an, um die Bäume zu schneiden und neue zu pflanzen. Bauern helfen mit Treckern und Motorsägen. Längst hat sich das Pflegerevier bis zu den Nachbargemeinden ausgedehnt.

Den Schwerpunkt ihrer Arbeit sehen die Mühlhausener in der Aufwertung "ihres" Naturschutzgebiets, der Uelzener Heide-Mühlhauser Mark. Schon lange bevor dort ein Naturschutzgebiet ausgewiesen wurde, hatten sich Albrecht und seine Freunde für eine naturnahe Landwirtschaft engagiert. Sie kauften 1988 als erste Fläche den sogenannten "Rebhuhnacker", um ihn wieder in Grünland umzuwandeln. Der Teich, der früher existiert hatte, wurde wieder angelegt, um Kiebitz und Laubfrosch vor ihrer Vertreibung zu retten.

Auch Feuchtbiotope gehören zum Naturschutzgebiet.
Auch Feuchtbiotope gehören zum Naturschutzgebiet.
Zusammen mit dem Kreisverband Unna des NABU konnten seitdem viele Flächen gekauft und umgewandelt werden. 19 Parzellen mit einer Gesamtfläche von mehr als 270.000 Quadratmetern gehören mittlerweile zu dem Naturschutzgebiet. Das Geld für den Landkauf stammt zu einem großen Teil aus Spenden, die Albrecht einwirbt, und aus Zuschüssen der NRW-Stiftung.

Karl-Heinz Albrecht verbreitet einen ansteckenden Optimismus und reißt mit seinem Tatendrang auch viele andere mit. Der Umweltschutz im Kreis Unna-Mühlhausen hat mittlerweile viele Helfer. Auch mit seinen 70 Jahren lehnt sich Albrecht immer noch nicht zurück, sondern lernt lieber täglich etwas Neues. Mit weit über 50 lernte er bei einem befreundeten Landwirt Trecker fahren - für die vielen Landschaftspflege-Aktionen. Albrecht freute sich: "Datt macht mir Spaß!"


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